Unter Freunden
Untertitel

Japanische Teekeramik

Zeitspanne
28.6.19 – 23.2.20
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Teasertext

Japanische Teekeramik hat für so genannte Teemenschen (chajin) einen Stellenwert, der weit über ihre bloße Verwendung hinausgeht. In der nach tradierten Regeln durchgeführten Teezeremonie (chanoyu, wörtlich „heißes Wasser für Tee“) entwickeln sie zu einzelnen Gefäßen eine sehr persönliche Beziehung. Herausragende Stücke erhalten sogar von ihren Hersteller*innen, noch häufiger aber von ihren Besitzer*innen einen Namen. Für jede Teezeremonie stimmen die Gastgeber*innen die Gefäße und Utensilien genauestens auf den Anlass, die Jahreszeit und die erwarteten Gäste ab. Das MK&G stellt in der Ausstellung „Unter Freunden. Japanische Teekeramik“ über 150 herausragende Objekte rund um die Teezeremonie vor, darunter Teeschalen (chawan), Frischwassergefäße (mizusashi), Vasen (hanaire), Teebehälter vom 16. Jahrhundert bis heute sowie die wichtigsten japanischen Keramikzentren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den persönlichen Beziehungen, die sich um die einzigartigen Keramiken entfalten. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Freundschaft des Gründungsdirektors Justus Brinckmann (1843–1915) zum Kunsthändler S. Bing (1838–1905), die entscheidend war für den Aufbau der Sammlung japanischer Teekeramik im MK&G. Die Begeisterung für Teekeramik verbindet auch den Keramiker Jan Kollwitz (*1960) und den Schriftsteller und Keramiksammler Christoph Peters (*1966). Das MK&G lädt die befreundeten Teemenschen ein, die Präsentation unter Einbeziehung von Werken von Jan Kollwitz und der Sammlung Christoph Peters mitzugestalten. Auch die Hamburger Gruppe der Urasenke-Teeschule, die seit über 40 Jahren im Teehaus Shōseian im MK&G chanoyu praktiziert, stellt Keramiken für verschiedene Anlässe zusammen. Die individuellen Anordnungen für die Zubereitung des grasgrünen Pulvertees Matcha zeigen eindrucksvoll, wie die Objekte während einer Teezusammenkunft in einen stillen Dialog miteinander treten und Gespräche zwischen Gastgeber*innen und Gästen anregen. Eine kleine Auswahl historischer und moderner Einzelstücke bietet den Besucher*innen die Gelegenheit, die Oberfläche und Beschaffenheit japanischer Teeschalen mit den eigenen Händen zu erkunden.

Die Ausstellung wird von Vorführungen der japanischen Teezeremonie, einem Gespräch mit Lesung von Christoph Peters und Jan Kollwitz am 29. September 2019, Kurator*innenführungen und öffentlichen Führungen begleitet. Rahmenprogramm im Überblick

Mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

 
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Publikation

Unter Freunden. Japanische Teekeramik

Japanische Teekeramik dient der Zubereitung des grasgrünen Pulvertees Matcha in der Teezeremonie chanoyu (wörtlich „heißes Wasser für Tee“). Bei einer Teezusammenkunft treten die Objekte in einen stillen Dialog miteinander und regen Gespräche zwischen Gastgeber*in und Gästen an. Die Begeisterung für diese besondere Kunstform verbindet Teemenschen (chajin) und Keramikliebhaber*innen. Die Sammlung japanischer Teekeramik im MK&G ist von der Freundschaft des Gründungsdirektors Justus Brinckmann (1843 –1915) mit dem Kunsthändler S. Bing (1838 –1905) geprägt. Der Austausch über Teekeramik und ihre Herstellung bildete auch den Grundstein für die Freundschaft zwischen dem Keramiker Jan Kollwitz (geb. 1960) und dem Schriftsteller Christoph Peters (geb. 1966). Das MK&G lädt sie beide und die im Teehaus Shōseian des MK&G chanoyu praktizierende Hamburger Gruppe der Urasenke-Teeschule ein, die Ausstellung mitzugestalten. Die Ausstellung ist Teil des von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius geförderten Projektes zur wissenschaftlichen Erschließung der Sammlung Ostasien.

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