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Rundgang
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2. OG

Neben Sonderausstellungen und wechselnden Präsentationen der Sammlungen Ostasien, Fotografie und neue Medien, Grafik und Plakat finden Sie hier ein eindrucksvolles Zeitdokument: Einen Teil der legendären, in den 1960er Jahren vom dänischen Designer Verner Panton gestalteten Kantine aus dem Spiegel-Verlag.

Lieblingsobjekt

Minaudière

Klein, aber fein ist dieses Ei: Eine sogenannte Minaudière, eine Handtasche im Microformat, gerade mal so groß wie ein Gänseei. An der Lederschlaufe baumelt sie lässig am Handgelenk. Das Ei selbst ist aus Metall gegossen und vergoldet, mit der Anmutung eines Handschmeichlers. Geöffnet offenbaren sich zwei Hälften: eine wird durch den Spiegel, die andere durch zwei kleine Deckel verschlossen. Platz darin findet vielleicht gerade mal ein Kaugummi. Als treue Begleiter bewahren Handtaschen für uns das Notwendige (Geldbeutel, Schlüssel, Handy), aber auch Sonderbares und Unnützes. Wer trägt jedoch eine solche Tasche ohne wirkliche Aufbewahrungsfunktion? Die eiförmige Tasche soll aus dem Besitz von Königin Nariman von Ägypten (1933–2005) stammen, bevor die Design-Sammlerin Anne Lühn sie erwarb. Eine Königin benötigt ihre Tasche nicht als Gebrauchsgegenstand, um sich für jede Gelegenheit zu rüsten. Dafür hat sie Personal. Das Accessoire als Statussymbol? Diese Art winziger Taschen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beliebte Accessoires. Auch heute sieht man sie wieder vermehrt auf den Laufstegen. In der Ausstellung „Dressed“ ist das goldene Ei mit weiteren Taschen in einer Vitrine zu sehen. Das Konvolut von Anne Lühn zeigt ihre Vorliebe für Design mit Humor und einem gewissen Twist. Eine eggcelente Sammlung!

Maria Stabel, Sammlung Mode und Textil

Impressionen aus dem 2. OG

 

Schubladenschau

#2 Geometrie

Die Schubladen unserer Depots sind gefüllt mit faszinierenden Arbeiten. Nur ein Bruchteil der über 400.000 Werke umfassenden Sammlung von Grafik und Plakat und der Sammlung Ostasien kann ausgestellt werden. So ist die Idee der Schubladenschau entstanden: Im schnellen Wechsel präsentieren wir thematisch unterschiedliche Zusammenstellungen. Dieses Mal ist das verbindende Element die Geometrie.

Insbesondere im deutschsprachigen Raum gelten geometrische Formen vorrangig als rational, sachlich und klar. Sie werden mit dem sogenannten modernen Design in der Tradition des Bauhauses assoziiert, mit klarer, eindeutiger Informationsvermittlung. Doch geometrische Formen können weit mehr. In den hier gezeigten Plakaten, Ornamentstichen, katagami, Holzschnitten und Schriftmustern finden geometrische Formen ganz unterschiedliche Verwendung. Sie machen auf politische Missstände aufmerksam, werben für Kulturveranstaltungen, bilden die Grundlage von Schrift oder schaffen optische Reize. Sogenannte katagami, japanische Papierschablonen für den Textildruck, generieren aus der Wiederholung geometrischer Formen Endlosmuster. Zusammen mit Plakaten erlauben sie neue Perspektiven auf Dreieck, Kreis und Quadrat. Die Auswahl verdeutlicht, dass Geometrie eben nicht nur sachlich ist, sondern auch poetisch, materialaffin, doppel- und mehrdeutig, vielschichtig, zart und politisch – eben ein elementarer Bestandteil grafischer Gestaltung.

 
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Sammlung vor Ort