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Rundgang
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2. OG

Neben Sonderausstellungen und wechselnden Präsentationen der Sammlungen Ostasien, Fotografie und neue Medien, Grafik und Plakat finden Sie hier ein eindrucksvolles Zeitdokument: Einen Teil der legendären, in den 1960er Jahren vom dänischen Designer Verner Panton gestalteten Kantine aus dem Spiegel-Verlag.

Lieblingsobjekt

Salzgefäß Oktopus

Das silberne Salzgefäß von Alexander Schönauer aus dem Jahr 1902 erinnert mich daran, dass es vor dem Aufkommen des Salzstreuers gängig war, das Gewürz mit den Fingern aus einer Schale zu greifen. Darauf verweist auch die Angabe „eine Prise Salz“, die die Menge bezeichnet, die sich zwischen Daumen und Zeigefinger fassen lässt. Die tastenden Tentakel des Oktopus, der Schönauers Schale umschlingt, lassen mich an die Finger einer Hand denken, die in eine Masse aus unzähligen Körnchen greift und dabei deren Struktur spürt. Vom Greifen zum Begreifen ist es nicht nur sprachlich ein kurzer Weg. So verändern neue Werkzeuge, wie zum Beispiel der Salzstreuer, auch immer, wie wir unsere Umwelt erfahren und verstehen. Sie vermitteln zwischen uns und der Umgebung und beeinflussen, in welchem Verhältnis unser Körper zu der Materie um uns herumsteht. Der Oktopus als Wesen, dessen Denk- und Sinnesapparat sich deutlich von dem meinen unterscheidet, steht für mich als Symbol dafür, dass die Welt ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. Er lädt mich dazu ein, physisch die Materialität zu begreifen, die mich umgibt und dabei im Hinterkopf zu behalten, wie sehr mein Erleben von meinem Wahrnehmungsapparat sowie den Dingen in meinem Umfeld geprägt ist.

Anna Gröger, Werkstudentin Sammlung Kunstgewerbe und Design

Impressionen aus dem 2. OG

 

Sammlung vor Ort