Sotades
Sotades-Maler

Widderkopf-Kantharos

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  • Herstellung um 460 v. Chr.
Das eindrucksvolle Gefäß wird aus einem vollplastischen Widderkopf und der konkav eingezogenen Halspartie eines Kantharos mit zwei gefirnissten Bandhenkeln gebildet.
Der tongrundige Widderkopf ist aus zwei Halbformen modelliert, das Fell durch kleine Buckellocken strukturiert. Die Detailfreude des Töpfers äußert sich in der feinteiligen Angabe der Jahresringe des Gehörns.
Die Bilder aus A und B werden oben von einem Stabornament und unten von einer tongrundigen Linie, die zugleich als Standlinie dient, sowie an den Seiten von Spiralen mit hängender Lotus-Knospe gerahmt.
Seite A: Zwei Käuzchen, von denen das linke nach vorn geneigt auf zwei sich kreuzenden Olivenzweigen sitzt, das rechte auf der Standlinie steht. Zwischen beiden befindet sich ein senkrechter Olivenzweig.
Seite B: Zwei Satyrn, erkennbar an Pferdeschwanz, spitzen Ohren, Stirnglatze und Vollbart. Der rechte Satyr sitzt und stützt sich mit seinem linken Arm ab. Mit der rechten Hand hat er seinen Phallus umfasst. Der linke Satyr versucht, sich in gebückter Haltung nach links zu schleichen. In seiner rechten Hand hält er eine unter dem Henkel durchreichende Leimrute, um mit ihr die Käuzchen zu fangen.

Die Käuzchen sind die heiligen Tiere der Göttin Athena, die auch den Ölbaum in Attika eingeführt hat. Schon auf Münzen des 6. Jahrhunderts v. Chr. finden sich Käuzchen und Olivenzweige als Wahrzeichen der Stadt. Spätestens ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. finden sich zunächst in Athen, später im gesamten Mittelmeerraum sog. Eulen-Skyphoi. Bei ihnen handelt es sich um einfache Trinkbecher, die auf beiden Seiten eine Eulendarstellung aufweisen.

Der Töpfer Sotades, der einige seiner Werke signiert hat, ist vor allem durch seine plastisch verzierten Gefäße in Tierform oder mit Tierapplikationen bekannt. In der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe befindet sich ein weiteres Werk, ein Schalenfuß in Form eines Frosches.

Zusätzliche Angaben

Zitiervorschlag

Sotades, Sotades-Maler, Widderkopf-Kantharos, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/object/dc00126631

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