Atget, Eugène
Abbott, Berenice

„The Eclipse“ aus dem Portfolio „20 Photographs by Eugène Atget“

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  • Herstellung 1912
  • Ausführung 1956
Am 17. April 1912, nur zwei Tage nach dem Untergang der Titanic, werden die Menschen in Paris Zeugen einer totalen Sonnenfinsternis. Dieses seltene astrologische Schauspiel wird zu einem medialen Großereignis und verdrängt die Havarie des Luxusliners an den Rand der Titelseiten. Findige Unternehmen platzieren ihre Werbebotschaften auf Sehhilfen aus geschwärztem Glas, die sie gratis an die Pariser*innen verteilen, und fachen damit das öffentliche Interesse weiter an. Auch Eugène Atget hält die Sonnenfinsternis fest. Der bekannte Chronist des alten Paris nimmt jedoch nicht das Spiel der Himmelskörper selbst in den Blick, sondern dokumentiert das gesellschaftliche Ereignis, das es auslöst. Er rückt das Erleben der Menschen in den Fokus, das sich in den Gesichtern und Körperhaltungen, vor allem aber in der gemeinsamen Blickrichtung einer Gruppe von Passant*innen ausdrückt. 14 Jahre später erscheint Atgets Foto anonym auf dem Cover der Zeitschrift „La Revolution Surrealiste“. Dort trägt es den Titel „Les Dernières Conversions“ – die letzten Umwandlungen. Befreit von seinem ursprünglichen Kontext verleihen die Künstler*innen des Surrealismus der Fotografie eine neue, rätselhafte Bedeutung.

Zusätzliche Angaben

Zitiervorschlag

Eugène Atget, Berenice Abbott, „The Eclipse“ aus dem Portfolio „20 Photographs by Eugène Atget“, 1912, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/object/mkg-e00110291

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