Oinochoe (Frau und Eros) – Fälschung

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  • Herstellung 19. Jahrhundert (?)
Bei dieser kleinen Kanne handelt es sich um eine Fälschung. Die Kanne ist aus Gips gegossen, die Bemalung mit Farbe aufgetragen.
Dargestellt sind links eine sitzende Frau und rechts ein sitzender Eros.
Die Frau sitzt auf einem Felsen. Sie trägt einen gegürteten Chiton und Schuhe. Die Haare sind als Sphendone mit Haardutt angegeben. In der vorgestreckten linken Hand hält sie zwei Blätter(?), die rechte ist zurückgenommen. Der Frauenfigur gegenüber auf einem Felsen sitzt ein unbekleideter Eros, ebenfalls mit Sphendone und Haardutt. Seine linke Hand ruht auf dem Felsen, die rechte ist vorgestreckt mit einer Schale. In Kopfhöhe hinter der Frau befindet sich ein Fenster, darunter eine tongrundige Scheibe mit schwarzem Kreuz und Punkten, zwischen Eros und Frau hängt eine tongrundige Scheibe mit schwarzen Punkten.

Der Fälscher hat sich an unteritalisch-rotfigurigen Vasen orientiert, wie Fenster, Scheibe darunter und Henkelornamentik zeigen. Als Vorbild für die Gefäßform mögen kleine Kännchen gedient haben. Eher die Ausnahme sind in der unteritalischen Vasenmalerei allerdings Figuren, die einander gegenübersitzen; meist handelt es sich dann um Darstellungen des Morra-Spieles. Es ist aber eher anzunehmen, dass der Fälscher zwei sitzende Figuren aus einem ihm vorliegenden Denkmälerbestand als Vorbild nahm und miteinander kombinierte, ohne dass es heute nachzuvollziehen ist, aus welchem Fundus er schöpfte. Richtig aber ist seine Beobachtung, dass in der unteritalischen Vasenmalerei das vom Betrachter abgewandte Bein erhöht dargestellt wird.

Zusätzliche Angaben

Zitiervorschlag

Oinochoe (Frau und Eros) – Fälschung, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Online: https://www.mkg-hamburg.de/object/dc00127373

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