Oberteil eines Silen (Brunnenfigur)

Fallback-Bildstil

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  • Herstellung letztes Viertel 2. Jahrhundert
Den Kopf leicht zu ihrer linken Seite gewendet trägt die Figur auf den Schultern einen gefüllten Weinschlauch. Mit zusammengekniffenen Augenbrauen, angestrengter Stirn und einem leicht geöffneten Mund geht ihr Blick in die Ferne. Gerahmt wird das Gesicht von wilden, struppigen Haarlocken und einem Bart; Reste eines Blattkranzes – wohl Weinlaub oder Efeu – umgeben den Kopf. Der Körper wird von einem kleinen Mäntelchen (Nebris) an der linken Schulter bedeckt. Er weist ein unregelmäßiges Punktmuster auf, das zusammen mit den Augen, der verquollenen Nase sowie den zottigen Haaren die Identifizierung als Silen erlaubt. Jenes Mischwesen mit Pferdeschweif, das Erzieher und Behüter des Weingottes Bacchus war, und später in großer Zahl das Gefolge des Gottes bildete.
Der Weinschlauch, aus einer jeweils an den Extremitäten zusammengebundenen Tierhaut bestehend, liegt auf den Schultern und fällt entlang des linken Arms herab. Hier befindet sich ein Ausfluss mit einer Zuleitung von der Rückseite. Diese ist einfach gearbeitet, sodass die Figur einst wohl in der Nische einer Brunnenanlage (Nymphäum) gestanden hat. Mit der rechten Hand dürfte der Silen den Weinschlauch zum Ausgießen angehoben haben. Aus ihm lief entweder Wasser oder – je nach Raffinesse des Brunnens – auch Wein.

Zusätzliche Angaben

Zitiervorschlag

Oberteil eines Silen (Brunnenfigur), Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Online: https://www.mkg-hamburg.de/object/dc00123866

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