Schulz, Lavinia

Entwurf für ein Bühnenkostüm

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  • Entwurf 1919–1921
Die Entwurfszeichnung für ein Bühnenkostüm entstand vermutlich für ein Projekt aus der Zeit Lavinia Schulz' an der Berliner "STURM-Bühne" um 1918 oder aus der frühen Zeit der Hamburger "Kampfbühne" um 1919. Das weibliche Kostüm ist in feinen Strichen skizziert, die ein leichtes, durchscheinendes Material andeuten. Auffällig sind die bizarren schleierartigen Effekte an Haupt und Armen, sowie an den Füßen abstehende Bögen, die an die geflügelten Füße des antiken Götterboten Hermes erinnern. Die Ausstattung der Bühnenstücke, sogenannter "Spielgänge", zeigten in dieser frühen Phase noch einen spielerischen Umgang mit teils bizarren, verhüllenden Effekten und angedeuteter nackter Haut. Von den in dieser Phase entstandenen Kostümen zeugen leider nur wenige Fotos. In der Folge verschrieb sich das Ensemble unter Lothar Schreyer zunehmend Abstraktionsbestrebungen und ließ die Spieler schließlich unter selbstgebauten, kantigen Ganzkörpermasken komplett unsichtbar werden. Die Schauspieler wurden so eigener Ausdrucksmöglichkeiten beraubt und zu reinen Trägern der kulissenartigen Objekte und Projektionsflächen degradiert. Lavinia Schulz und ihr Partner Walter Holdt verließen 1921 die Kampfbühne, um mit der Arbeit an eigenen Programmen und Kostümen wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu erlangen. (Athina Chadzis)

Zusätzliche Angaben

Zitiervorschlag

Lavinia Schulz, Entwurf für ein Bühnenkostüm, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/object/mkg-e00198458

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