Thronendes Brettidol

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  • Production nach der Mitte 6. Jahrhundert v. Chr.
Auf einem Stuhl ohne Rückenlehne, von dem auf die beiden hinteren Beine mit waagerechtem Linienmuster sowie die mit einem Wellenmuster und parallelen Linien verzierte Sitzfläche zu sehen sind, sitzt das weibliche Idol. Der Körper ist flach. Die Armstümpfe sind nach innen gebogen; auf den Armen je eine Durchbohrung für Blumen oder andere Attribute.
Der Kopf entwickelt sich aus einem langgestreckten Hals. Die Nase ist plastisch gearbeitet, Augen und je eine Spirallocke sind gemalt. Der Kopf wird von einer Stephane bekrönt, die vorn angesetzte Volute – siehe dazu die böotischen Brettidole – fehlt. Die plastisch wiedergegebene Haarmasse ist auf der Rückseite durch senkrechte Zick-Zack-Linien, auf der Vorderseite in Form von Zöpfen mit horizontalen Linien gestaltet. Um den Hals läuft eine Kette mit einem verblichenen Anhänger.
Acht horizontale Zonen teilen die Vorderseite des Gewandes: Die Schulter weist konzentrische Halbovale auf, darunter folgt eine doppelte Punktreihe, dann ein vertikales Zick-Zack-Band, Rosetten, senkrechte Striche, erneut eine vertikale Zick-Zack-Linie mit Spiralen sowie zum Abschluss eine doppelte Punktreihe.
Das sitzende Idol weist eine enge Verwandtschaft mit den vogelgesichtigen Brettidolen auf. Wie die Brettidole gibt auch das thronende Idol eine altertümliche Gottheit wieder. Pausanias (2, 17, 5) berichtet von einem altertümlichen, aus Birnbaum geschnitzten Sitzbild der Hera im Heraion von Argos. Ihre Funktion als Vegetationsgottheit, die Vergehen, Tod und Wiedererstehen in sich vereint, könnte vielleicht durch in die Hände gesteckte Zweige, Blüten oder Ähren zusätzlich gekennzeichnet worden sein.

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Thronendes Brettidol, Museum für Kunst and Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/en/object/dc00125564

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