Toledo-Maler

Situla mit Bügelhenkel

Tags

  • Production spätes 4. Jahrhundert v. Chr.
Bis in das kleinste Detail ist bei dieser Situla die Umsetzung eines Metallvorbildes zu erkennen. Hinter dem doppelt gewulsteten, halbkreisförmigen Henkel dieses Eimers stehen die doppelten Bügelhenkel der Metallvorbilder. Wie bei diesen sitzt auch hier eine Attasche in Form eines Silenskopfes am hinteren Henkelansatz. Der Reliefkopf ist aus der Form gewonnen: Das Gesicht ist fleischfarben braun, der Efeukranz im Haar gelb, die Korkenzieherlocken des Bartes und die Haare hellbraun. Den Übergang zum schaufel- bzw. löffelförmigen Ausguss bildet ein liegender Frauenkopf, der in diesem Zusammenhang wohl als der Kopf einer Mänade zu verstehen ist. Er stammt aus einer sehr feinen Form. Im gelben Haar sind rotbraune Bänder eingeflochten. Gelbe plastische Rosetten dienen als Ohrringe.
Zum Ausguss hin ist die Gefäßwand durchlöchert. Das heißt: Hier wird das Sieb der Metalleimer nachgeahmt. Eimer dieser Art sind – wie die Siebe zeigen – vor allem für Wein benutzt worden, weniger die tönernen, deren Ausgüsse sehr empfindlich sind, als die metallenen. Zusammen mit anderen Gefäßen und Geräten erfüllten die Situlen bei Symposien ihren Zweck.
In die Welt des Weins, der Mänaden und Silene sowie des Weingottes Dionysos fügt sich auch die Bemalung dieser Situla ein: Vom Ausguss gehen diagonal rotbraune Bänder mit rotbraunen und weiß-gelben Trauben und weißen Ranken und gelappten Blättern aus. Darunter zwei Fackeln, wie sie Mänaden auf zahlreichen Vasenbildern halten. Locker eingestreut sind Blütensterne.
Der Eimer ist innen und außen, bis auf einen schmalen Streifen oberhalb des wulstigen Fußes, gefirnisst. Auf der Unterseite befindet sich ein rotes Kreuz.

Additional data

Citation recommendation

Toledo-Maler, Situla mit Bügelhenkel, Museum für Kunst and Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/en/object/dc00126711

We are continuously working on making information on the collection objects available. Please note that the data may nevertheless be incomplete or incorrect and may contain outdated or discriminatory language and only a fraction of the estimated 600.000 objects of the collection are online. If you have any questions, comments or suggestions regarding the objects, please do not hesitate to contact us.