Lekanis (Deckel: Figürliche Szene)
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- Production 3. Jahrhundert v. Chr.
Die aus zahlreichen Fragmenten zusammengesetzte Lekanis gehört zur bekannten hellenistischen polychromen Reliefkeramik aus dem Sizilien Centuripe. Neben Pyxis und Lebes ist die Lekanis für die Centuripe-Keramik eine der charakteristischen Formen. Reliefdekor und Malerei bleiben (in der Regel) bei den hohen Prunkgefäßen auf eine Seite beschränkt. Die reale Verwendbarkeit wird dadurch eingeschränkt, dass Einzelteile wie Untersatz oder Deckelknauf nur locker mit dem eigentlichen Gefäßkörper zusammengefügt sind.
Diese Lekanis ruht auf einem pyxisähnlichen, nach unten offenen Untersatz. Vom Fuß des trichterförmigen Unterteils (bis auf einen rosa Streifen unterhalb des goldgetönten Perlstabes weiß gehalten) gehen auf der Vorderseite sieben plastisch aufgesetzte und alternierende farbig gefasste Akanthusblätter aus. Der Mittelteil ist mit plastischem Dekor üppig geschmückt: Im Zentrum eine kleine Gorgonenbüste auf auseinander gebogenen Zweigen mit goldenem Haar, Flügeln und Schlangenhalsband (?); links und rechts Weinrankengeschlinge mit goldfarbenen Trauben und emporfliegenden Eroten, oben und unten je acht geöffnete Blüten in Blau und Gold. Der Dekor ist aus Matrizen auf den pinkfarbenen Hintergrund gesetzt. An den vorderen Henkelansätzen sitzen blaue und rosa Blätter.
Deckel und Unterteil passen durch unterschiedliche Schrumpfung beim Brand im Auflager nicht ganz exakt aufeinander. Die untere Partie des Deckels unterhalb des goldfarbenen Perlstabes ist mit einem "Laufenden Hund" (Wellenband) in Rosa ornamentiert. Die figürliche Malerei des Deckels, die wie das Übrige in Temperatechnik ausgeführt ist, befindet sich auf einem schwarz grundierten und mit weißem Überzug versehenen Malgrund: Rechts von der Mitte steht eine nach links gewandte, bis auf einen schwarzen Schurz unbekleidete männliche Figur vor einem würfelförmigen weißen Altar und opfert. Dahinter steht eine langgewandete weibliche Gestalt nach links. Die linke Bildhälfte beherrscht eine nach links sitzende weibliche Figur mit Phiale (?). Sie hat ihr rosafarbenes Tympanon (?) gegen den Altar gelehnt; vor ihr befindet sich nach rechts gerichtet eine weitere weibliche Figur mit ausgestrecktem rechtem Arm und weißem Chiton, um den ein blassroter Mantel mit graubraunen Faltenbahnen geschlungen ist. Ein echter Gruppenzusammenhang kommt bei dem statuarischen Charakter der Einzelfiguren kaum auf, zumal auch die weiblichen Figuren den Opfernden sehr deutlich an Körpergröße überragen.
Auf der Deckelrückseite ist ein nicht näher bestimmbarer zwiebelförmiger Gegenstand dargestellt, der von je zwei weißen Volutenstengeln mit rosa Einrollungen flankiert wird.
Die Deutung der Figuren wird in Analogie zu anderen Gefäßen im Bereich der Hochzeit und Hochzeitsriten zu suchen sein. Der Reliefdekor weist auf die Jenseitshoffnungen der Verstorbenen, zu deren Grabkult Lekaniden dieser Art dienten. Die Trauben als Attribute des Dionysos und die Eroten in ihrem fröhlichen, schwerelosen Treiben verheißen sorglose Zeiten in paradiesischer Glückseligkeit. Die Blüten mögen den lieblichen Duft des ewigen Frühlings symbolisieren.
Diese Lekanis ruht auf einem pyxisähnlichen, nach unten offenen Untersatz. Vom Fuß des trichterförmigen Unterteils (bis auf einen rosa Streifen unterhalb des goldgetönten Perlstabes weiß gehalten) gehen auf der Vorderseite sieben plastisch aufgesetzte und alternierende farbig gefasste Akanthusblätter aus. Der Mittelteil ist mit plastischem Dekor üppig geschmückt: Im Zentrum eine kleine Gorgonenbüste auf auseinander gebogenen Zweigen mit goldenem Haar, Flügeln und Schlangenhalsband (?); links und rechts Weinrankengeschlinge mit goldfarbenen Trauben und emporfliegenden Eroten, oben und unten je acht geöffnete Blüten in Blau und Gold. Der Dekor ist aus Matrizen auf den pinkfarbenen Hintergrund gesetzt. An den vorderen Henkelansätzen sitzen blaue und rosa Blätter.
Deckel und Unterteil passen durch unterschiedliche Schrumpfung beim Brand im Auflager nicht ganz exakt aufeinander. Die untere Partie des Deckels unterhalb des goldfarbenen Perlstabes ist mit einem "Laufenden Hund" (Wellenband) in Rosa ornamentiert. Die figürliche Malerei des Deckels, die wie das Übrige in Temperatechnik ausgeführt ist, befindet sich auf einem schwarz grundierten und mit weißem Überzug versehenen Malgrund: Rechts von der Mitte steht eine nach links gewandte, bis auf einen schwarzen Schurz unbekleidete männliche Figur vor einem würfelförmigen weißen Altar und opfert. Dahinter steht eine langgewandete weibliche Gestalt nach links. Die linke Bildhälfte beherrscht eine nach links sitzende weibliche Figur mit Phiale (?). Sie hat ihr rosafarbenes Tympanon (?) gegen den Altar gelehnt; vor ihr befindet sich nach rechts gerichtet eine weitere weibliche Figur mit ausgestrecktem rechtem Arm und weißem Chiton, um den ein blassroter Mantel mit graubraunen Faltenbahnen geschlungen ist. Ein echter Gruppenzusammenhang kommt bei dem statuarischen Charakter der Einzelfiguren kaum auf, zumal auch die weiblichen Figuren den Opfernden sehr deutlich an Körpergröße überragen.
Auf der Deckelrückseite ist ein nicht näher bestimmbarer zwiebelförmiger Gegenstand dargestellt, der von je zwei weißen Volutenstengeln mit rosa Einrollungen flankiert wird.
Die Deutung der Figuren wird in Analogie zu anderen Gefäßen im Bereich der Hochzeit und Hochzeitsriten zu suchen sein. Der Reliefdekor weist auf die Jenseitshoffnungen der Verstorbenen, zu deren Grabkult Lekaniden dieser Art dienten. Die Trauben als Attribute des Dionysos und die Eroten in ihrem fröhlichen, schwerelosen Treiben verheißen sorglose Zeiten in paradiesischer Glückseligkeit. Die Blüten mögen den lieblichen Duft des ewigen Frühlings symbolisieren.
Additional data
- Object type
- Collection
- Inventory number1976.16.a-dErworben mit Besucherspenden
- Production3. Jahrhundert v. Chr.,
- Sizilien
- Material
- Material/TechniqueTon
- DimensionsGesamt: Höhe: 62,2 cm
- Category
- Keramik (Centuripe)
- Grabbeigaben
- Period/Style
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Lekanis (Deckel: Figürliche Szene), Museum für Kunst and Gewerbe Hamburg, Online: https://www.mkg-hamburg.de/en/object/dc00126624
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