Kopf eines Afrikanerknaben

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  • Production 1. Hälfte 1. Jahrhundert v. Chr.
Kopf eines Kindes mit geöffnetem Mund und großen, ausdrucksvollen Augen sowie Resten der einstigen Bemalung. Aufgrund seiner physiognomischen Züge ist in ihm ein Afrikaner zu erkennen.
Der Kopf ist am Ansatz des Halses schräg abgebrochen und durch einen Querbruch in zwei Teile gespalten. Es fehlen Stücke vom Nacken, vom rechten Ohr und dem rechten Brauenbogen. Farbreste zeigen, dass Haut, Haare und Augen ursprünglich braun bzw. schwarz und weiß, der Mund innen rosa bemalt waren, um eine vollkommen naturalistische Wirkung zu erzielen.
In den leicht geschwollenen Augenlidern, den großen abstehenden Kinderohren, der kleinen Stulpnase und der lockeren, beweglichen Haut um Mund und Kinn findet eine sehr genaue Naturbeobachtung ihren Ausdruck, wie sie für die späthellenistische Zeit charakteristisch ist.
Ursprünglich gehörte der Kopf zu einer lebensgroßen Figur eines Kindes oder war Teil einer Figurengruppe. Die ungleiche Straffung der Haut und die asymmetrische Bildung der Augen lassen darauf schließen, dass er zur Seite geneigt war.
Genreplastik hat im Kunstschaffen des ptolemäischen Alexandria - wie auch an anderen Orten des griechischen Ostens - eine bedeutsame Rolle gespielt. Besonders die alexandrinische Kleinplastik bietet eine Fülle von Belegen: Zwerge, Tänzer, Bettler oder Krüppel begegnen ebenso wie die Vertreter verschiedener Völker. Auch Berufe der untersten Stufe sozialen Ansehens, z. B. Fischer und Hirten, wurden dargestellt.

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Kopf eines Afrikanerknaben, 1. Hälfte 1. Jahrhundert v. Chr., Museum für Kunst and Gewerbe Hamburg, Public Domain, Online: https://www.mkg-hamburg.de/en/object/dc00126029

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