Biermann, Aenne

Berechnung, mein Kind

Fallback image style

Tags

  • Production 1930
Der enge Ausschnitt, in den Aenne Biermann das Gesicht ihres Sohnes fasst, ist charakteristisch für ihr Werk, das zwischen 1926 und 1932 entsteht. Als Sujet dienen oftmals ihre eigenen Kinder. Deren Porträts changieren zwischen arrangierter Fotografie und dem Erfassen einer Situation. Auch ihre Naturaufnahmen von Pflanzen und Kristallen sowie ihre Sachaufnahmen, deren Gegenstände sie im alltäglichen Umfeld findet, fasst sie in enge Ausschnitte, die den Einfluss der stilbildenden Werke des „Neuen Sehens“ von Albert Renger-Patzsch und Hans Finsler erkennen lassen. Anna Sternfeld wird als Tochter einer jüdischen, gutbürgerlichen Familie am Niederrhein geboren und heiratet 1920 den jüdischen Kaufmann Herbert Joseph Biermann, mit dem sie nach Gera zieht. Dort nähert sie sich autodidaktisch der Fotografie. Ihr Werdegang ist beispielhaft für eine Reihe von Fotografinnen in den 1920er Jahren, die sich, durch ihre Herkunft befreit vom Zwang einer Berufswahl, dem neuen Medium der Fotografie zuwenden und ein neues Berufsfeld erschließen. Biermann arbeitet als Autodidaktin isoliert, lernt aber über Freunde Franz Roh kennen, der 1928 in einem Artikel ihre Pflanzenfotografien behandelt. Darin findet sie eine erste öffentliche Anerkennung. In den folgenden Jahren ist sie an den wichtigen Ausstellungen ihrer Zeit beteiligt, unter anderem "Film und Foto" (Stuttgart 1929), "Das Lichtbild" (München 1930), und veröffentlicht in Zeitschriften wie "Die Form" oder "Photographische Rundschau". 1930 erscheint eine von Franz Roh herausgegebene Monografie. 1933 stirbt Aenne Biermann nach einer schweren Krankheit, ihre Kinder und ihr Mann werden im Nationalsozialismus verfolgt und es gelingt ihnen noch die Flucht nach Palästina. (Esther Ruelfs)

Additional data

Citation recommendation

Aenne Biermann, Berechnung, mein Kind, Museum für Kunst and Gewerbe Hamburg, Online: https://www.mkg-hamburg.de/en/object/dc00036294

We are continuously working on making information on the collection objects available. Please note that the data may nevertheless be incomplete or incorrect and may contain outdated or discriminatory language and only a fraction of the estimated 600.000 objects of the collection are online. If you have any questions, comments or suggestions regarding the objects, please do not hesitate to contact us.