Vorschau

5. Februar bis 30. Mai 2021
Peter Gustaf Dorén
Ein Hamburger Raumkünstler um 1900

Moosgrün, Taubengrau, Reseda, Dottergelb und Pflaumenblau – was wie die Farbpalette des neuesten Einrichtungstrends anmutet, war das Erfolgsrezept des Schweden Peter Gustaf Dorén (1857–1942). Der Hamburger Bauboom um die Wende zum 20. Jahrhundert eröffnete ganz neue Möglichkeiten für das Bauen, aber auch für die Innenraumgestaltung im Privaten und bei öffentlichen Aufträgen. Peter Gustaf Dorén besaß ein sicheres Gespür für Qualität und Ästhetik. Er besuchte Messen und Ausstellungen, war Mitglied im Deutschen Werkbund gut vernetzt, so auch mit MK&G-Gründungsdirektor Justus Brinckmann. Dorén stattete die Villen gut betuchter Hamburger*innen aus. Auch das Hotel Vier Jahreszeiten und Schümanns Austernkeller am Jungfernstieg mit seinen themenbezogenen Separées trugen seine Handschrift. Als Malergeselle kam Dorén über Kopenhagen nach Hamburg und baute sich ein Unternehmen auf, das in einem repräsentativen Geschäftsgebäude am Hamburger Pulverteich zu besten Zeiten über 200 Mitarbeiter*innen beschäftigte. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zeigt erstmals sein Schaffen mit rund 200 Objekten aus Privatbesitz: Farbmusterkarten, detailgetreue Entwurfsskizzen und eindrucksvolle Fotografien der fertiggestellten Räume geben einen Eindruck davon, wie die Arbeiten von der Akquise über die ersten Anmutungen bis zur Ausführung geplant und vollendet wurden.


Abb.: Atelier Gust. Dorén, Bemalung und Einrichtung für ein Wohnzimmer, 1904, Gouache, Foto: © Peter Nils Dorén (Detail)