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19. Februar bis 2. Juni 2019
Antike Bilderwelten
Was griechische Vasen erzählen

Supermann Herakles, Göttervater Zeus, Weingott Dionysos oder der stierköpfige Minotaurus – die Helden der antiken griechischen Mythen faszinieren bis heute und sind in unzähligen Geschichten der Literatur, in Theater und Film lebendig. Zehntausende vollständige oder in Fragmenten erhaltene antike Vasen erzählen von den dramatischen und oft lehrreichen Abenteuern der Götter, die Vasenmaler über Jahrhunderte auf feinsinnige Art und Weise in szenischen Darstellungen festgehalten haben. Die Szenen geben Einblicke in die Welt der Göttinnen und Götter, der Monster und Schurken, aber auch in religiöse Vorstellungen und kultische Riten. Sie erzählen auch vom täglichen Leben in der Antike, von Kindheit, Ausbildung, Sport, Krieg, Theater und geselligem Beisammensein. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) zeigte in der großzügigen „Turnhalle“ im Mittelbau rund 80 Meisterwerke antiker Vasenkunst aus Athen aus der Zeit vom 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. Die Ausstellung lud Mythenliebhaber*innen, Freund*innen antiker Kunst und Fans von Graphic Novels, Fantasy und Fiction zum Entdecken vertrauter Figuren und Charaktere und zum vergleichenden Sehen ein. Kinder lernten über die Helden, ihre fantastischen Taten und die Alltagsbilder auf spielerische Weise die antike Welt kennen. Die Ausstellung beleuchtete auch die Herstellung, die Werkstätten und Arbeitsweisen der Töpfer und Vasenmaler und die Form und Funktion der Vasen, die vor mehr als 2.400 Jahren geschaffen wurden. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch die im Dezember 2018 erfolgte Dauerleihgabe von 51 hochkarätigen Vasen der Sammlung Zimmermann aus Bremen sowie Objekten der Stiftung Heidrun und Dr. Manfred Zimmermann.

Abb.: Herakles raubt den Dreifuß aus dem Heiligtum des Apollon in Delphi, Hydria der Leagros-Gruppe, Detail, Gruppe von Vatikan 424, attisch-schwarzfigurig, um 510–500 v. Chr., Sammlung Zimmermann Inv. 23, © Foto Joachim Hiltmann