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13. April bis 14. Oktober 2018
Mobile Welten
oder das Museum unserer transkulturellen Gegenwart

Um in die Gegenwart zu wirken, sucht das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) immer wieder den Dialog und reflektiert seine Rolle als Kultur- und Bildungseinrichtung. 2015 lud das MKG den Ausstellungsmacher und Kritiker Roger M. Buergel ein, mit der Vielfalt und der Geschichte der Sammlung des MKG zu arbeiten. Buergel war 2007 künstlerischer Leiter der documenta 12 und ist heute Direktor des Johann Jacobs Museums in Zürich. Gemeinsam mit der Kultursoziologin Sophia Prinz entwickelte Roger M. Buergel ein Ausstellungskonzept, das die eurozentrische Ordnung westlicher Museen in Frage stellte: Anstatt die Dinge wie bisher üblich nach Epochen, Geografien sowie Kunst und Nicht-Kunst einzuteilen, wurde die globale Bewegung von Objekten, Menschen und Ideen in Geschichte und Gegenwart sowie die damit einhergehende Verflechtung von kulturellen Formen und Lebenswelten in den Mittelpunkt gerückt. Diese Perspektive spiegelte die soziale, kulturelle und politische Komplexität der postmigrantischen Gesellschaft. Die Ausstellung wurde dabei als ein Medium verstanden, das es erlaubt, Dinge, Texte und Bilder wie in einer dreidimensionalen Collage performativ miteinander zu verknüpfen. Auf diese Weise schienen historische Bewegungskurven und gesellschaftliche Zusammenhänge auf, ohne dass die rund 200 Exponate auf eine einzige Bedeutung oder Lesart festgeschrieben würden. Zu sehen waren Gemälde, Möbel, Mode, Fotografie, Teppiche, Plakate, Grafik, Musikinstrumente, Skulpturen, Objekte, Videos, Klanginstallationen etc. aus den verschiedensten Epochen und Kulturen. Mit der Ausstellung Mobile Welten oder das Museum unserer transkulturellen Gegenwart fand das Projekt in Zusammenarbeit mit den Kuratoren des MKG sowie Künstlern und weiteren externen Partnern im April seinen Abschluss.

Mobile Welten war eine Kooperation zwischen dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, der Goethe-Universität in Frankfurt/Main sowie der Erich Kästner-Schule in Hamburg-Farmsen. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Johann Jacobs Museum Zürich. Das Projekt begann im Oktober 2015 und endete im Oktober 2018 mit der Sonderausstellung Mobile Welten oder das Museum unserer transkulturellen Gegenwart im MKG. Weitere Informationen unter: www.mobile-welten.org.

Kurator: Roger M. Buergel | Koordinatorin Verbundprojekt Mobile Welten: Dr. Sophia Prinz | Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Julia Lerch-Zajączkowska, lerch-zajaczkowska(at)mobile-welten.org



Foto: Geneviève Frisson, © Mobile Welten

Foto: Geneviève Frisson, © Mobile Welten