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10. Juni bis 11. September 2016
Hokusai x Manga
Japanische Popkultur seit 1680

In einer umfassenden Ausstellung zeichnete das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) die vielfältigen Verbindungen zwischen historischer und zeitgenössischer Populärkultur in Japan nach. Das MKG besitzt eine international geschätzte Sammlung von Farbholzschnitten und Holzschnittbüchern der bedeutendsten ukiyo-e-Künstler wie Utagawa Kuniyoshi (1797-1861) oder Katsushika Hokusai (1760-1849). Die Ausstellung schlug den Bogen von diesen hochkarätigen Holzschnitten und historischen Druckerzeugnissen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert zu den visuellen Massenmedien des modernen Japan: Manga (Comics), Anime und Computerspiele, begleitet durch aktive Fan-Szenen und Aneignungspraktiken wie Cosplay (engl. costume play). Neben der Darstellung der jeweils eigenständigen Stilelemente untersuchte Hokusai x Manga die zeitübergreifenden Gemeinsamkeiten. So zeichnet sich die zeitgenössische Popkultur durch eine ausgeprägte Pluralisierung der Themen, Motive und Genres aus, folgt aber auch den traditionellen Erzählstoffen, wie etwa den berühmten Samurai-Helden oder der Welt der Gespenster und Monster (yōkai), die immer wieder neu interpretiert werden. Ebenso finden sich Parallelen im visuellen und stilistischen Repertoire, in der Verknüpfung von Schrift und Bild und in den Formen der Serialisierung. Auch die Produktionsweisen und Vertriebsstrukturen sind vergleichbar. Die Ausstellung zeigte über 200 historische Holzschnitte und illustrierte Holzschnittbücher, Entwurfszeichnungen, Druckstöcke, Tuschezeichnungen, über 60 japanische Manga-Bücher, hochwertige Reproduktionen und Originalzeichnungen von Manga, sowie Ausschnitte und Animation Cels (Animationsphase auf transparenter Folie) aus Anime-Filmen, Videogames, Cosplay-Kostüme und Merchandise-Artikel aus dem Manga-Anime-Universum.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch Mittel aus dem Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg und der Justus Brinckmann Gesellschaft. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Carlsen Verlag. Der Katalog zur Ausstellung wurde gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Abb.: Der Held Yokagawa Kanpei Munenori, Utagawa Kuniyoshi,1852, Farbholzschnitt, © MKG | Barfuß durch Hiroshima, Hadashi no Gen © 1975 Keiji Nakazawa, Band 1, S. 77, Carlsen Verlag 2004