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seit 20. Januar 2015
Neupräsentation Sammlung Judentum

Im Zuge der Neueinrichtungen Buddhismus, Christentum und (ab April 2015) Islam rückt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) mit dem Judentum eine weitere Weltreligion in den Fokus. Eine Judaika-Sammlung wurde bereits im 19. Jahrhundert mit der Gründung des MKG angelegt. Nach der Schoa (Vertreibung und Vernichtung der Juden 1933–45) sind nur noch wenige Objekte in Deutschland erhalten geblieben. Vor diesem Hintergrund ist die Sammlung von 20 Kultgeräten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert besonders wertvoll. Dieser Bestand, der sich lange als Dauerleihgabe im Hamburg Museum befand, wird nun erstmals seit Museumsgründung wieder im MKG präsentiert. Er erlaubt einen Einblick in Riten und Gebräuche der jüdischen Religion und leistet einen Beitrag zum interreligiösen Dialog. Zu sehen sind filigrane Silberarbeiten wie Tora-Schilder und Tora-Zeiger, ein Kidduschbecher für den Segensspruch, eine Besaminbüchse für den Schabbat, ein Schofarhorn, das zum Versöhnungsfest Jom Kippur geblasen wird, ein silberner Leuchter für das Lichterfest Chanukka, eine Esther-Rolle für das Purim-Fest und ein zum Pessach-Fest genutzter Zinnteller. Ein Bauhaus-Leuchter in Form einer Menora und 2012 in den USA entworfene Kaddisch-Armbänder für das Trauerritual ergänzen das Spektrum. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Justus Brinckmann Gesellschaft und Christine Claussen.


Abb.: Esther-Rolle für das Purim-Fest, Norddeutschland, um 1800; Pergament, Silber, teilvergoldet, Filigran, Foto: Stanislaw Rowinski, © MKG