Aktuell

17. September 2021 bis 20. März 2022
Hildegard Heise
Fotografin

In den 1920er Jahren, einer Zeit, die vielen Frauen neue berufliche Perspektiven eröffnet, entdeckt Hildegard Heise ihre Leidenschaft für die Fotografie.
Die Fotografie dieser Zeit spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche und Umwälzungen nach dem ersten Weltkrieg wider. Diese zeigt Heise in neuen Sichtweisen und ungewöhnlichen Perspektiven. Sie betont in dem „neuen“ Genre der Sachfotografie, welches die Dingwelt darstellungswürdig macht, die Struktur, Oberfläche und Form ihrer Sujets. Seien dies die Badekarren im französischen Carolles mit ihren grafischen Strukturen, die Heise aus stürzender Perspektive fotografiert, oder das technische Porzellan der Berliner Porzellanmanufaktur mit seinen glänzenden Oberflächen.
Die Modelle für ihre Porträtaufnahmen findet Heise in ihrem Umfeld – sie lichtet vornehmlich Kinder und Künstler*innen ab. 1937 begibt sie sich auf eine längere Reise in die Karibik, porträtiert Menschen und ihr soziales Gefüge, ihre Orte und Landschaften. Als genaue Beobachterin entwirft sie ein facettenreiches Bild einer fremden, noch wenig bereisten Region. Noch im hohen Alter fängt sie Landschaften mit der Kamera ein, ihre letzten Bilder halten den Blick aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Wolkenformationen fest.
Die Ausstellung zeigt erstmals das umfassende Werk dieser wiederentdeckten Fotografin, deren Nachlass im MK&G aufbewahrt wird.


Abb.: Hildegard Heise (1897–1979), Ulrike von Borries im Liegestuhl (Detail), 1928–1933, Silbergelatinepapier, 39,2 x 29,3 cm, MK&G, © Matthias Biermann-Ratjen