Aktuell

4. Mai bis 21. Oktober 2018
Art Déco
Grafikdesign aus Paris

Art Déco gilt als ein Stil der dekorativen Künste, dessen Anfänge im Paris der Jahre um 1910 liegen. In etwa zeitgleich mit radikaleren Spielarten der künstlerischen Avantgarde (z.B. de Stijl, russische Avantgarde und Bauhaus) angesiedelt, verbindet Art Déco mit anderen führenden Kunstrichtungen zwar ein umfassender künstlerischer Ansatz, jedoch fehlt ihm eine soziale Komponente. Es geht nicht um eine Kunst, die alle erreichen will, sondern um eine Kunst für eine weltoffene und wohlhabende Elite. Der Name Art Déco entsteht 1925 mit der Weltausstellung in Paris: Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes, deren Schwerpunkt auf den angewandten Künsten, weniger auf den industriellen Leistungen der teilnehmenden Länder liegt. Neben den üblichen Länderpavillons gibt es zudem mehrere Ausstellungsgebäude, die der französischen Luxusgüterindustrie gewidmet sind. Bei Art Déco denkt man an opulent geschwungene Formen, an exquisite Möbel, kostbare Stoffe und raffinierte Kleider – doch nur selten an Grafik. Dabei kam es auch auf dem Gebiet des gedruckten Bildes zu bemerkenswerten Leistungen.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) hat in den letzten Jahren eine in Deutschland einmalige Sammlung an Pariser Drucken vor allem aus den 1920er Jahren erworben. Von den über 700 Blatt sind rund 250 Werke von Künstlern wie George Barbier, Jean Carlu, Paul Colin, Paul Iribe, Georges Lepape, Charles Loupot, André Édouard Marty und AM. Cassandre in der Ausstellung zu sehen. Präsentiert werden Plakate, Illustrationen (v.a. Pochoirdrucke) und Anzeigen, vor allem aus den Zeitschriften Vogue und L’Illustration. Es mag erstaunen, hier Anzeigen gleichberechtigt aufgeführt zu sehen. Doch in bebilderten Großformaten etablieren sie sich erst ab 1918 als neue, dem Plakat ebenbürtige Form der Werbung, werden von führenden Künstlern entworfen und spiegeln die großen Themen dieser Zeit wieder: das Auto, das in den Jahren um 1930 in gestalterischer Hinsicht einen Höhepunkt erlebt, das französische Chanson, das in den zwanziger Jahren groß wird, die Haute Couture, die in dieser Zeit in Paris entsteht, und nicht zuletzt Tanz und Cabaret, die damals besonders in der Hauptstadt eine wichtige Rolle spielen.

Künstler: George Barbier, Jean Carlu, AM. Cassandre, Paul Colin, Jean-Gabriel Domergue, Studio Dorland, Maurice Dufrène, Michel Dufet, Jean Dupas, Charles Gesmar, Raymond Gid, Natalja Gontscharowa, Agentur Havas, Auguste Her-bin, Paul Iribe, Alexis Kow, André Lambert, Michail Larionow, Fernand Léger, Georges Lepape, Charles Loupot, André Édouard Marty, René Vincent, Gerda Wegener u.v.m.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog unter dem Titel Art Déco. Grafikdesign aus Paris in der Edition Braus, Berlin, herausgegeben von Sabine Schulze und Jürgen Döring, 24 x 28 cm, 128 Seiten, ca. 150 Abbildungen, Broschur, ISBN 978-3-86228-183-1, 24,95 Euro (D), 25,70 Euro (A)

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Justus Brinckmann Gesellschaft.

 

Öffentliche Führungen

Sa, 13. Mai, 15 Uhr | Do, 24. Mai, 19 Uhr | Sa, 2. Juni, 15 Uhr | So, 10. Juni, 12 Uhr | Sa, 16. Juni, 15 Uhr | Do, 21. Juni, 19 Uhr | Sa, 7. Juli, 15 Uhr | So, 22. Juli, 12 Uhr |  Sa, 4. August, 15 Uhr | Do, 16. August, 19 Uhr | So, 23. September, 12 Uhr | So, 7. Oktober, 12 Uhr | So, 21. Oktober, 12 Uhr | im Museumseintritt inbegriffen

Ihre individuelle Führung buchen Sie bitte über den Museumsdienst Hamburg.

 

Öffentliche Führungen in Gebärdensprache (DGS)

Do, 30. August, 18.30 Uhr | So, 2. September, 13 Uhr | weitere Informationen hier


Abb.: Paul Iribe (1883-1935), Illustration aus Les Robes des Paul Poiret, 1908, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg