Ostasien
Die Grundlage für die Ostasiensammlung legte der Gründer Justus Brinckmann. 1883 begann er, beraten von den Pariser Kunsthändlern Hayashi Tadamasa und Siegfried Bing, mit dem Aufbau einer Japan-Sammlung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß das Museum bereits einen umfangreichen Bestand an japanischen Objekten: Ca. 2.000 Schwertzierate (überwiegend Tsuba), die heute zu den besten außerhalb Japans zählen, Keramik, qualitätvolle Lackarbeiten vom 15. bis 19. Jahrhundert: Farbholzschnitte, darunter berühmte Blätter von Hokusai und Hiroshige aus der Sammlung Goncourt, 400 illustrierte Holzschnittbücher, Färbeschablonen, eine größere Sammlung kunstvoller Körbe aus Kyôto, Objekte der Kleinkunst wie Netsuke und Medizinbehälter (Inrô) sowie einige Bildrollen und Nô-Gewänder.
In den zwanziger und dreißiger Jahren verlagerte sich der Ankaufsschwerpunkt auf die chinesische Kunst. Auch in den fünfziger Jahren lag der Hauptakzent auf China, vor allem auf dem Erwerb von Bronzen und Porzellan. Die Schenkung der China-Sammlung von Philipp F. Reemtsma durch seinen Sohn Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma im Jahre 1996 stellte einen bedeutenden Zuwachs dar. Sie umfasst 350 chinesische Objekte aus Bronze, Steinzeug, Porzellan, Jade und Glas aus der Zeit von 1500 v. Chr. bis zum 18. Jahrhundert.
Seit den 1960er Jahren wurde die Sammlung unter anderem um wichtige Werke der japanischen Malerei und um buddhistische Skulpturen erweitert. 1977 stiftete die Urasenke Foundation in Kyôto dem Museum ein Teehaus. Seit dieser Zeit finden monatlich Vorführungen der Teezeremonie statt. Die Teezeremonie wird von einem Teemeister der Urasenke abgehalten. Der angrenzende Ausstellungsbereich zeigt Tee-Keramik vom späten 16. bis zum 19. Jahrhundert.