
Michael Najjar (* 1966), Digitaler Color-print, 1999 / Abzug 2000, Inv. Nr. P 2000.4.
Seit Jahren widmet Michael Najjar sein besonderes Augenmerk dem Einfluss digitaler Technologien auf unsere Weltsicht, deren Wahrheitsgehalt in die Krise geraten zu scheint. Mit der Werkgruppe „nexus project part I“ (1999/2000) - ausgezeichnet mit dem Large Format Inkjet Award 2000 - hinterfragt er das äußere Erscheinungsbild des Menschen und damit die „Echtheit“ von Portraitfotografie überhaupt.
„es wird in zukunft notwendig werden, das sich der menschliche körper direkt mit dem netz verbindet. über bio- und neuronale schnittstellen wird das netz in den körper wandern, denn nur auf diese weise werden wir in der lage sein, mit der geschwindigkeit und komplexität der informationsströme mitzuhalten. der menschliche körper wird durch technik hochgradig erweitert werden, denn der biologische körper wird den anforderungen der telematischen gesellschaft nicht mehr gerecht. wir werden lernen unsere körper sukzessive mit dem maschinenrhythmus zu synchronisieren. eine neue hybride spezies wird das ergebnis dieser entwicklung sein: der cyborg. die gesichter aus der nexus-serie erzeugen durch ihre aussergewöhnliche physionomie, kombiniert mit den irrealen, am computer erzeugten augen, ein spannungsfeld zwischen interesse und bedrohung. genau in diesem spannungsfeld bewegen wir uns, wenn es darum geht, unseren körper und unsere wahrnehmung technologisch zu erweitern.“ (Michael Najjar)