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until 14 April 2013
Wie ein Traum!
Emil Orlik in Japan

Am 28. September 1932 starb der Maler, Zeichner, Graphiker und Buchkünstler Emil Orlik (1870 Prag – 1932 Berlin). Zum 80. Todestag 2012 ehrt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg den Künstler mit einer Ausstellung, die Orliks grafische Arbeiten im Zusammenhang mit seiner Japanreise zeigt. Die Schau vereint erstmals und nahezu vollständig die in Japan entstandenen Drucke, etwa 65 Arbeiten, Holzschnitte, Radierungen und Lithographien zum Teil mit Vorzeichnungen, in Farbvarianten oder unterschiedlichen Druckzuständen. Orlik begabt sich als einer der ersten europäischen Künstler auf die Reise nach Japan und gilt als einer der führenden Vertreter des Japonismus. Während seines zehnmonatigen Aufenthalts, von April 1900 bis Februar 1901, studierte er die Technik des Holzschnitts und des Farbholzschnitts im Ursprungsland und erlernte in den Werkstätten von Holzschneidern und Druckern das Handwerk. Die Stationen seiner Reise sind Tokio, die Nordprovinzen mit den Städten Nikko, Numata, Ikaho, Akakura, Aizu Wakamatsu, Tsugawa, Niigata sowie in den Süden über Kamakura, Hakone, Enoshima, Shizuoka, den Biwa-See in die alte Kaiserstadt Kyoto. Emil Orlik gelang es auf einzigartige Weise, sich in die Kunst und das Denken des Landes einzufühlen. Viele japanische Kenner sahen seine dort entstandenen Grafiken als originär japanische Werke an.

Abb.: Detail Bäuerin, Emil Orlik, 1901