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bis 1. August 2010
Eine Frage der Zeit
Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre

Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt aus der eigenen Sammlung das Werk von vier exemplarisch ausgewählten Fotografinnen, die während der Zeit der Weimarer Republik in Hamburg tätig waren: Minya Diez-Dührkoop (1873 − 1929) und Lotte Genzsch (1907 − 2003) als produktive Berufsfoto-grafinnen mit eigenem Atelier, Natascha A. Brunswick (1909 − 2003) als kreative Autodidaktin und Hildi Schmidt Heins (geb. 1915) als freischaffende Künstlerin. Die Ausstellung mit rund 200 Original-fotografien wird gezeigt im Rahmen des kulturübergreifenden Forschungs- und Vermittlungsprojektes „Himmel auf Zeit“. Die Kultur der 1920er Jahre in Hamburg“, gefördert durch die Hermann Reemtsma Stiftung. Das Leben und das Werk der vier Fotografinnen umfassen historisch das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das „Dritte Reich“, damit auch zwei Weltkriege, eine Emigration in die USA sowie die Bundesrepublik Deutschland. Die Rolle der Frau einschließlich ihrer Möglichkeiten zur schöpferischen Tätigkeit veränderte sich in dieser Zeitspanne drastisch. Stilistisch definierbare Epochen sind die Kunstfotografie um 1900 (Piktorialismus) und das Neue Sehen der 1920er Jahre. Der Forschungsverbund zur Kulturgeschichte Hamburgs an der Universität Hamburg gibt eine Publikation mit Beiträgen zu verschiedenen Aspekten des Hamburger Kulturlebens in den 1920er Jahren vor: Gartenarchitektur, Fotografie, Tanz, Musik, Theater, Literatur, Kino, Architektur, Rundfunk und bildende Kunst.

Abb.: Hildi Schmidt Heins, Travemünde, 1938, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg,
© Hildi Schmidt Heims, Rellingen