Archiv

bis 6. Mai 2012
Was da ist
Recycling-Design der KAIROS-Preisträgerin Katell Gélébart

Das MKG präsentiert das künstlerische Schaffen der diesjährigen KAIROS-Preisträgerin Katell Gélébart. Die französische Recycling-Designerin kreiert Kleidung, Taschen, Lampen, Möbel und andere Objekte und nutzt mit beeindruckender Konsequenz ausschließlich Materialien, die bereits vorhanden sind: Verpackungen aus neuseeländischen Haushalten, Seide aus indischen Produktionsüberschüssen, Filz aus sowjetischen Armeebeständen oder alte Leinensäcke der Deutschen Post. Das Konzept der Wiederverwertung haben auch andere Designer für sich entdeckt, aber Katell Gélébart arbeitet schon lange und wegweisend mit dieser Methode. Ihren ersten Shop für Recycling-Mode eröffnete sie 1998 in Amsterdam. Den Laden gibt es nicht mehr, aber sein Name wurde zum Programm: ART D’ECO. Die 39-jährige Aktivistin vertritt ihre Ansichten und Ideen sehr überzeugend und leidenschaftlich, will jedoch nicht anprangern oder missionieren. Ihre Arbeit ist auch als Kritik an Konsumwahn, Verschwendung und Oberflächlichkeit zu verstehen. Aber darüber hinaus reizt es sie, das ästhetische Potential von Dingen zu erkennen, die andere in den Müll werfen würden. Der mit 75.000 Euro dotierte KAIROS-Preis würdigt Katell Gélébart deshalb vor allem als kreative Visionärin. Er wird seit 2007 von der Alfred Toepfer Stiftung an europäische Künstler und Wissenschaftler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Film, Fotografie, Literatur, Design und Publizistik vergeben, die mit ihrem künstlerischen Schaffen der Kultur in Europa entscheidende Impulse geben. Weitere Informationen zu Katell Gélébart und zum KAIROS-Preis finden Sie unter Alfred Toepfer Stiftung.

Abb.: Katell Gélébart, Deutsche-Bundespost Kleid, Barilla-Jacke,
Segafredo Jacke, Blazer aus Postsäcken, Fotos: Susann Rutscher