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bis 21. Oktober 2012
Ichundichundich
Picasso im Fotoporträt

Pablo Picasso (1881-1973) ließ sich leidenschaftlich gerne fotografieren. Die bemerkenswertesten seiner Porträts, von der klassischen Atelierszene über Schnappschussfotografie bis hin zur inszenierten Pose, sind ab dem 13. Juli im MKG zu sehen. Die Ausstellung versammelt rund 250 Fotoporträts verschiedener Fotografinnen und Fotografen, darunter Berühmtheiten wie Richard Avedon, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Man Ray, Cecil Beaton oder Madame d’Ora. Die große Bandbreite der Fotografien reicht von stark psychologisierenden Porträts, die das „wahre“ Gesicht des Künstlers offenbaren wollen, über Atelieraufnahmen, die Orte des Schaffens zeigen, bis zu Momentaufnahmen, die Picasso in seinem Lebensumfeld zwischen Künstlerfreunden, Sammlern und seiner Familie zeigen. Vor allem aber machen sie deutlich, wie Picasso sich selbst sah und wie er gesehen werden wollte. Bewusst setzte er die Fotografie als Medium zur Inszenierung seiner Persönlichkeit ein. Und das in allen Stationen seines Lebens: als Student in Madrid, als Bohemien im Pariser Künstlerviertel Montparnasse und zunehmend typisierend in seinen letzten Lebensjahrzenten in Südfrankreich, wo sein markanter Kopf zu einer Art „Marke“ wurde. Die entstandenen Fotografien bewegen sich dabei immer im Spannungsverhältnis zwischen Picassos Wunsch nach kontrollierter Selbstdarstellung und der persönlichen Handschrift seiner Fotografen. Zusammen betrachtet bieten die Aufnahmen einen nuancenreichen Einblick in das Leben Picassos und beleuchten das Schaffen zahlreicher großer Porträtfotografen. Die Fotografien sind Leihgaben aus über 30 internationalen Museen und Archiven aus Frankreich, Spanien, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und der Schweiz, ein großer Teil der Leihgaben stammt aus dem Museum Ludwig, Köln.

Die Ausstellung wurde konzipiert von Dr. Kerstin Stremmel für das Museum Ludwig, Köln, und von Dr. des. Esther Ruelfs für das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg eingerichtet. Die Ausstellung wird unterstützt durch die Ernst August Bester Stiftung und die Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur.

Abb.: Ausstellungsansicht, Foto: Izabela Przylipiak