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bis 30. Oktober 2011
Japanisches Modedesign
Körperhüllen von Kenzo bis Yamamoto

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigt eine Auswahl von rund 60 Modellen und Objekten berühmter japanischer Modedesigner aus den Jahren 1975 bis 2010 aus der eigenen Sammlung. Seit 40 Jahren zeigen japanische Designer ihre Mode in Paris. Kenzo Takada feierte bereits Anfang der 1970er Jahre große Erfolge. Issey Miyake folgte mit futuristisch anmutenden Entwürfen im Jahr 1973 und entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Designer des 20 Jahrhunderts. Rei Kawakubo mit ihrem Label Comme des Garçons und Yohji Yamamoto vertraten zu Beginn der 1980er Jahre ein radikales Modekonzept. Ihre Kleidung diente nicht in erster Linie der Präsentation eines Körperideals, sondern als adaptierbare Hülle. Ihre spezifische Formensprache hat die Mode nachhaltig geprägt. Eine stark vom Material inspirierte Entwurfsauffassung verbindet alle japanischen Designer dieser Generation. Ihre Experimentierfelder sind Schichtungen und Wicklungen, Asymmetrien und Dekonstruktion; die Stoffbahn wird um den Körper drapiert und gefaltet. Die Materialien werden häufig in den Modestudios selbst entworfen und zeugen sowohl von der großen handwerklichen Tradition Japans, als auch von außergewöhnlicher Innovationskraft auf dem Gebiet des Textildesigns.

Abb.: Issey Miyake, Plisseemantel, Tokio um 1990, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, © Jörg Arend