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bis 30. April 2011
Götter, Götzen und Idole

Eine Ausstellung mit rund 210 Objekten über die Menschenbilder der frühen Hochkulturen. Die Figuren – gefertigt zwischen 5000 v. Chr. und 300 n. Chr. aus unterschiedlichsten Materialien wie Ton, Stein, Marmor, Alabaster, Bronze und Edelsteinen – stammen aus dem Vorderen Orient, aus Ägypten, dem Jemen, Griechenland, Italien und Norddeutschland und faszinieren durch ihre meist starke Stilisierung und Abstraktion. Sie stellen Götter, Menschen oder Tiere dar und stehen – reduziert auf wenige charakteristische Eigenheiten – für wichtige Lebensinhalte der frühen Menschen. Die Figuren hatten oft eine magische oder spirituelle Funktion, dienten als Talismane, Fruchtbarkeitssymbole, Weihe- oder Grabbeigaben. Lange als minderwertige Kunstobjekte und in der christlichen Tradition als unerwünschte Götzenbilder angesehen, wurden sie für zahlreiche Künstler der Moderne wie etwa Pablo Picasso und Amedeo Modigliani eine wichtige Inspiration und Anlass für neue Ansätze in der Kunst. Nach der Wiederentdeckung der antiken Kunst in der Renaissance erwachte auch das erste wissenschaftliche Interesse an den geheimnisvollen Götterfiguren und Idolen. Was erzählen die Figuren über das Leben und das Weltbild der Menschen in antiken Kulturen, über die Urformen von Kult und Religion und über das Bestreben der Menschen, Ideen und Wünschen eine Gestalt zu geben? Über die Gründe für ihre Entstehung und ihre Bedeutung und Funktion im kultischen Brauchtum rätseln Wissenschaftler noch heute. Die Ausstellung folgt den Spuren ihrer Entdeckung und Erforschung und der spannenden Suche nach den Ursprüngen der Kunst. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Winckelmann-Museum Stendal.

Abb: Weibliches Idol, Syrien, 2. Jt.v.Chr., Ton gelblichbraun, H. 16,5 cm, B. 5,1 cm, T. 2,4 cm, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Foto: Maria Thrun