Allegorie des Winters aus einer Folge der vier Jahreszeiten

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Christoph Ertel, um 1670-1719um 1706ZittauElfenbein, bemalt, Silber, vergoldet, Email, Glasflüsse, Muschelkameen, AchatH 19,2 cm; W 9,6 cm

Aus einer prachtvollen Jahreszeitengruppe stammt dieses Kabinettstück. Unter einem Baldachin, der in Aufbau und Schmuck an barocke Theaterdekorationen erinnert, thront eine weibliche Göttin, die den Winter verkörpert. Um nicht zu frösteln, wärmt sich die nur spärlich Bekleidete, die einen Mantel mit Hermelinfell über ihre Beine geworfenen hat, an einer Schale mit heißem Öl. Zum Schüren des Feuers dient das Bündel Holz zu ihren Füßen. Diese spielzeugkleine Kostbarkeit ist ein Meisterwerk der höfischen Schatzkunst. Die Arbeit ist ohne die Vorbilder der Dresdner Goldschmiede-Werkstatt der Brüder Johann Melchior (1664-1731) und Georg Friedrich Dinglinger (1666-1720) nicht denkbar. Ertels Werk unterscheidet sich jedoch von Vergleichbarem: die juwelenartige Wirkung wird nicht durch kostbare Materialien, sondern durch die meisterhafte Nachahmung derselben mit einfachen Grundstoffen erreicht.
Foto: Roman Raacke