Avantgardistische Experimente begeisterten den deutschen Fotografen und Kunstkritiker Franz Roh. Eines seiner künstlerischen Stilmittel war die Doppelbelichtung: Bei dieser Methode wird zweimal fotografiert, ohne den Film im Kameragehäuse zu transportieren. Eine zweite Aufnahme überlagert die erste, dabei entsteht ein Gesamtbild mit unterschiedlichen Motivebenen. Die Arbeit "Skifahrend in St. Gallen" lässt scheinbar Unzusammenhängendes zueinander in Beziehung treten. Roh hat nicht ein Abbild der Realität im Blick, sondern die Verfremdung durch Fantasie. Mit diesem Ansatz liefert er seinen eigenen Beitrag zur Bilderwelt des Surrealismus, einer Kunstrichtung der 1920er und 1930er Jahr, die die Unwirklichkeit der Traumwelt thematisiert.

