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MKG unterwegs

Das Kabinett der Kurtisane | 22. April 2016

Das „Cabinet serre-bijoux" (1867) aus der Sammlung des MKG ist bis 19. Juni 2016 im Van Gogh Museum in Amsterdam zu Gast. Es ist Teil der Ausstellung „Easy Virtue. Prostitution in French Art. 1850-1910", die die künstlerische Darstellung der Prostitution beleuchtet.

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Das „Cabinet serre-bijoux" (1867) aus der Sammlung des MKG ist bis 19. Juni 2016 im Van Gogh Museum in Amsterdam zu Gast. Es ist Teil der Ausstellung „Easy Virtue. Prostitution in French Art. 1850-1910", die die künstlerische Darstellung der Prostitution beleuchtet. Der reich ausgestattete Aufsatzschrank nach einem Entwurf von Pierre Manguin (1815-1869) aus der Sammlung Historismus gehörte zur Schlafzimmerausstattung des Hôtel de la Païva. Dieses Hotel gehörte Pauline Reichsgräfin Henckel von Donnersmarck, bekannt als Marquise de Païva oder La Païva. Die Pariser Lebedame war die erfolgreichste und bekannteste französische Kurtisane des 19. Jahrhunderts. Zuvor war das Kabinett auch in der Ausstellung Splendeurs et misères: Images de la prostitution, 1850–1910" im Musée d’Orsay in Paris zu sehen.

Foto: Van Gogh Museum Amsterdam

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Das Prinzip Korsett

sports | no sports klärt auf | 11. April 2016

Genau wie die Badesaison rückt auch die Ausstellung sports | no sports näher. Kaum zu glauben, dass ein Wettkampfschwimmanzug für Damen tatsächlich mehr Gemeinsamkeiten mit einem Promenadenkleid aus dem 19. Jahrhundert als mit herkömmlicher Bademode hat.

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Genau wie die Badesaison rückt auch die Ausstellung sports | no sports näher. Kaum zu glauben, dass ein Wettkampfschwimmanzug für Damen tatsächlich mehr Gemeinsamkeiten mit einem Promenadenkleid aus dem 19. Jahrhundert als mit herkömmlicher Bademode hat. Beide formen den Körper. Das hochgeschlossenes Kleid aus violettem Taft passte der Trägerin überhaupt erst, wenn sie zuvor ein Korsett anlegte, das ihren Körper nach dem herrschenden Schönheitsideal stark modellierte. Das „Prinzip Korsett“ macht sich Speedo für seinen Sportartikel für Profis ebenfalls zunutze. Die gezielte Kompression der Muskulatur fördert die Durchblutung. Und die hydrodynamische Körperformung des Anzugs aus Polyamid und Elasthan verbessert die Lage der Schwimmerin im Wasser. Eine weitere Gemeinsamkeit: Das Anziehen erfordert in beiden Fällen fremde Hilfe oder muss lange geübt werden, damit alles perfekt passt. Die Schau, in der beide Stücke zu sehen sind, widmet sich ab September dem Wechselspiel von Mode und Sportbekleidung und nimmt die Perfektionierung des Körpers vom Schnürleib über den vitalen Sportkörper bis zum Body-Shaping unter die Lupe.

Abb.: Promenadenkleid, England, um 1875, Seidentaft, Seidensatin; Damen-Schwimmanzug Speedo Fastskin LZR Racer X, Großbritannien, Leihgabe Speedo International/Oberalp Deutschland GmbH, Foto: MKG

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MKG unterwegs

Grafiken von Hannah Höch in Zürich | 06. April 2016

Zum 100-jährigen Jubiläum der künstlerischen Bewegung des Dadaismus zeigt das Museum Rietberg in Zürich noch bis zum 17. Juli die Ausstellung „Dada Afrika“. Mit dabei zwei seltene Collagen der berühmten Grafikerin und Künstlerin aus der Grafischen Sammlung des MKG. Die Schau widmet sich erstmals der Auseinandersetzung der Dadaisten mit außereuropäischer Kunst und Kultur und beleuchtet dabei die Arbeiten im Dialog mit Musik und Literatur aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien.

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Zum 100-jährigen Jubiläum der künstlerischen Bewegung des Dadaismus zeigt das Museum Rietberg in Zürich noch bis zum 17. Juli die Ausstellung „Dada Afrika“. Mit dabei zwei seltene Collagen der berühmten Grafikerin und Künstlerin aus der Grafischen Sammlung des MKG. Die Schau widmet sich erstmals der Auseinandersetzung der Dadaisten mit außereuropäischer Kunst und Kultur und beleuchtet dabei die Arbeiten im Dialog mit Musik und Literatur aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien. So ist etwa eine der gezeigten Höch-Collagen (1930) vom Torso der Göttin Uma inspiriert, einem kambodschanischen Sandstein-Kunstwerk aus dem späten 9. Jahrhundert. Die ungefähr anderthalb Meter große Skulptur aus dem Khmer-Reich diente der Künstlerin als Vorlage und wird ebenfalls im Rahmen der Zürcher Ausstellung präsentiert. Einer zweiten Collage der Dadaistin (1929) aus der MKG-Sammlung diente die Abbildung eines afrikanischen Pende-Maske-Anhängers aus dem frühen 20. Jahrhundert als Vorlage. Im Anschluss ziehen die Kunstwerke weiter in die Berlinische Galerie.

VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Ostern im MKG

Ein Altar für unterwegs | 25. März 2016

Nur vier Zentimeter misst die aufklappbare Betnuss. Filigrane Mikroschnitzereien im Innern zeigen die Kreuzigung Christi und die liturgische Messe von Papst Gregor dem Großen in Rom. Solche Betnüsse werden im Mittelalter für die private Andacht genutzt und sind zugleich ein beliebtes Sammelobjekt. Sie werden als Anhänger am Rosenkranz oder an einer Schmuckkette getragen. Das Miniaturwunder ist in der Christentum-Sammlung im MKG ausgestellt.

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Nur vier Zentimeter misst die aufklappbare Betnuss. Filigrane Mikroschnitzereien im Innern zeigen die Kreuzigung Christi und die liturgische Messe von Papst Gregor dem Großen in Rom. Solche Betnüsse werden im Mittelalter für die private Andacht genutzt und sind zugleich ein beliebtes Sammelobjekt. Sie werden als Anhänger am Rosenkranz oder an einer Schmuckkette getragen. Das Miniaturwunder ist in der Christentum-Sammlung im MKG ausgestellt.

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Vogelgezwitscher im MKG

Neuer Film in der Sammlung Islamische Kunst | 21. März 2016

Der Kurzfilm „Simorgh“ (2014) des gebürtigen Iraners Meghdad Asadi Lari erzählt die Fabel „Die Konferenz der Vögel“ des bedeutenden persischen Dichters Farid al-Din Attar (1136–1220). Die Form der farbenfrohen Vogelfiguren entwickelt sich dabei aus der traditionellen Kalligraphie und dem ornamentalen Design.

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Der Kurzfilm „Simorgh“ (2014) des gebürtigen Iraners Meghdad Asadi Lari erzählt die Fabel „Die Konferenz der Vögel“ des bedeutenden persischen Dichters Farid al-Din Attar (1136–1220). Die Form der farbenfrohen Vogelfiguren entwickelt sich dabei aus der traditionellen Kalligraphie und dem ornamentalen Design. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lehren des Sufismus, der islamischen Mystik. Der Film erzählt die Wallfahrt von tausenden Vögeln auf der Suche nach dem idealen König „si murgh“. Jeder Vogel hat einen bestimmten negativen menschlichen Charakterzug wie Stolz oder Habgier, den er im Laufe der Reise durch die Täler der Leiden und Leidenschaften überwinden muss. Am Ende der strapaziösen Reise bleiben 30 Vögel übrig – sie erkennen, dass sie sich selbst gesucht und gefunden haben. „Simorgh“ lief auf zahlreichen internationalen Filmfestivals und wurde 2014 mit dem Best Animation Award des Iranian Film Festivals San Francisco ausgezeichnet.

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Enteignungsgeschichte erzählen und Forschung vorantreiben

Symposium im MKG entwickelt erste Ansätze für den angemessenen Umgang mit Silber aus ehemals jüdischem Besitz | 09. Februar 2016

Seit 1960 verwahrt das MKG rund 3.000 Silberobjekte, die infolge einer Beschlagnahmeaktion während der NS-Zeit in seine Sammlung gelangten. Hamburg einigte sich mit „Jewish Trust Corporation“ auf die Zahlung eines Ausgleichsbetrags für das verbliebene Silber, das nicht zurückgegeben werden konnte. Offen ist jedoch die Frage, wie die museale Arbeit mit einem Kulturgut aussehen kann, das so unmittelbar mit dem Holocaust verbunden ist und die Museen zugleich in die Pflicht nimmt, es jederzeit zurückzugeben, wenn Ansprüche geltend gemacht werden. Im Rahmen seiner Ausstellung Raubkunst? Provenienzforschung zu den Sammlungen des MKG lud das Museum in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius Wissenschaftler aus Museen und historischen Forschungseinrichtungen sowie Vertreter jüdischer Institutionen am 4. und 5. Februar zu einem Symposium ein, um einen angemessenen Umgang mit diesen Silberbeständen zu diskutieren.

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Seit 1960 verwahrt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) rund 3.000 Silberobjekte, die infolge einer Beschlagnahmeaktion während der NS-Zeit in seine Sammlung gelangten. Hamburg einigte sich mit „Jewish Trust Corporation“ auf die Zahlung eines Ausgleichsbetrags für das verbliebene Silber, das nicht an die einstigen Besitzer oder ihre Erben zurückgegeben werden konnte. Offen ist jedoch die Frage, wie die museale Arbeit mit einem Kulturgut aussehen kann, das so unmittelbar mit dem Holocaust verbunden ist und die Museen zugleich in die Pflicht nimmt, es jederzeit zurückzugeben, wenn Ansprüche geltend gemacht werden. Im Rahmen seiner Ausstellung Raubkunst? Provenienzforschung zu den Sammlungen des MKG thematisiert das Museum seit Oktober 2014 zum ersten Mal die Geschichte seiner Silberbestände. Am 4. und 5. Februar lud das MKG in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius Wissenschaftler aus Museen und historischen Forschungseinrichtungen sowie Vertreter jüdischer Institutionen zu einem Symposium ein, um einen angemessenen Umgang mit diesen Silberbeständen zu diskutieren. Grundsätzlich liege es, so ein zentrales Fazit der Gespräche, in der moralischen Verantwortung der betreffenden Museen, immer wieder für das Thema zu sensibilisieren und den Umgang mit den Objekten transparent zu machen. Für eine fundierte Forschung seien die Zugänglichkeit relevanter Dokumente, ein kontinuierlicher Informationsaustausch und der interdisziplinäre Dialog wichtige Voraussetzungen. Am Beispiel der in großen Mengen vorhandenen Silberbestände hätten die Museen außerdem die Aufgabe aufzuzeigen, wie sich die Enteignungsgeschichte des Nationalsozialismus durch alle Bevölkerungsschichten zog. Dafür sollten geeignete Ausstellungsformen und Vermittlungsformate gefunden werden.

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