Vorschau

31. Mai bis 5. November 2017
Keith Haring
Posters

Keith Haring, 1958 in Pennsylvania geboren, zieht als Zwanzigjähriger nach New York und wird sofort von der lebhaften Street Art-Szene in den Bann geschlagen. Zu dieser Zeit ist die Pop Art längst arriviert und Graffiti prägen das Stadtbild. Keith Haring benötigt nur wenige Jahre, um seinen Weg als Künstler zu finden. Er entwickelt einen unverkennbaren Stil, der mit seinen kraftvollen Linien und figürlichen Motiven dem Comic und der Straßenkunst nahe steht. Ihm ist weniger als ein Jahrzehnt als erfolgreicher Künstler vergönnt, das er allerdings mit einer erstaunlichen Energie ausfüllt, die bis heute nachwirkt. Haring versteht sich zeitlebens – im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen – als ein politischer Künstler, der aufklären und mit seiner Kunst ein breites Publikum erreichen will. Die Ausstellung Keith Haring. Posters vereint über 100 Plakate aus der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG). Dank der Stiftung des Hamburger Sammlers Claus von der Osten ist dieses Konvolut in seiner Vollständigkeit weltweit einzigartig. Die Plakate werden in der Ausstellung ergänzt durch zahlreiche kleinere Objekte und Marketing-Produkte, die Haring in seinem New Yorker Pop Shop verkaufen ließ. Keith Haring liebte die Öffentlichkeit, und Plakate begleiten seinen Weg als erfolgreicher Künstler. Sein erstes Plakat lässt er 1982 auf eigenen Antrieb drucken, um es auf einer Demonstration gegen Atomraketen zu verteilen. Von nun an zeichnet er im Schnitt zehn Plakate im Jahr: vor allem für die eigenen Ausstellungen, aber auch für andere kulturelle und politische Anlässe, für Freunde, denen er einen Gefallen tut, für Benefiz-Aktionen und, gegen Ende der 1980er Jahre, immer häufiger auch zum Thema Aids. Die Krankheit wird bei ihm 1988 diagnostiziert. Es verbleiben ihm zwei Jahre, gefüllt bis zuletzt mit Ausstellungen in aller Welt, mit öffentlichen Auftritten und großen Wandgemälden, mit Aktionen für Kinder und zur Aufklärung über Aids – den beiden Themen, denen sich bis heute die Keith Haring Foundation widmet.

Abb.: Keith Haring, Ignorance = Fear, Silence = Death, Fight Aids Act Up, New York, 1989, © Keith Haring Foundation