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4. Mai bis 4. November 2018
Art Déco in Paris
Plakate/Grafik/Werbung

Art Déco gilt als ein Stil der dekorativen Künste, angesiedelt zwischen Jugendstil und dem Internationalen Stil der fünfziger Jahre, in etwa zeitgleich mit radikaleren Spielarten der künstlerischen Avantgarde, wie sie sich in de Stijl, russischer Avantgarde und Bauhaus äußern. Die Anfänge liegen im Paris der Jahre um 1910. Nach 1930 läuft das Art Déco in verschiedenen Richtungen aus: Es verliert sich im pompösen Neoklassizismus der dreißiger Jahre, etwa in den Bauten des Faschismus in Italien, oder es überlebt in den USA bis in die fünfziger Jahre in Bakelit-Radios und Plastikhandtaschen. Der Name entsteht 1925 mit der Weltausstellung der Angewandten Künste in Paris: Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes. Bei Art Déco denkt man an opulent geschwungene Formen, an exquisite Möbel, kostbare Stoffe und raffinierte Kleider – und nur selten an Grafik. Dabei kam es auch auf dem Gebiet des gedruckten Bildes durchaus zu bemerkenswerten Leistungen.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) hat in den letzten Jahren eine in Deutschland einmalige Sammlung an Pariser Drucken vor allem aus den 1920er Jahren erworben. Aus insgesamt über 700 Blatt werden rund 150 für die Ausstellung ausgewählt, zu gleichen Teilen Plakate, Grafiken (Pochoirdrucke und Lithografien) und Anzeigen, vor allem aus den Zeitschriften Vogue und L’Illustration. Es mag erstaunen, hier Anzeigen gleichberechtigt aufgeführt zu sehen, doch werden sie damals oft von führenden Künstlern entworfen und spiegeln die großen Themen der Zeit: das Auto, das in den Jahren um 1930 in gestalterischer Hinsicht einen Höhepunkt erlebt, das französische Chanson, das in den zwanziger Jahren groß wird, die Pariser Haute Couture, die in dieser Zeit in Paris entsteht, und nicht zuletzt Tanz und Cabaret, die damals besonders in Paris eine wichtige Rolle spielen.

Abb.: Paul Iribe (1883-1935), Illustration aus Les Robes des Paul Poiret, 1908, Radierung und Pochoirdruck, 31 x 27,7 cm, Foto: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg