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19. Mai bis 29. Oktober 2017
Food Revolution 5.0
Gestaltung für die Gesellschaft von morgen

Essen ist ein Sinnbild für das Leben, stiftet Identität, Heimat und kulturelle Regeln. Für den Ethnologen Claude Levi-Strauss markiert das Kochen von Nahrung die erste kulturelle Handlung des Menschen und damit den Beginn von Zivilisation und Handwerk. In der heutigen Überflussgesellschaft hat sich Essen zum kreativen Selbstdarstellungsmittel und zur Ersatzreligion entwickelt. Auf der anderen Seite machen explosionsartig steigende Bevölkerungszahlen, der Klimawandel, Ressourcenknappheit, Hunger und Armut, wachsende Anforderungen an Gesundheit und Hygiene sowie geopolitische Krisen ein Umdenken bezüglich Produktion, Verpackung, Vertrieb, Konsum und Entsorgung zwingend notwendig. In der Ausstellung Food Revolution 5.0 beschäftigt sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) mit einer der dringlichsten Fragen des 21. Jahrhunderts: Wie sieht die Zukunft unserer Ernährung aus?

Food Revolution 5.0 stellt über 30 internationale Designer mit ihren zukunftsweisenden Vorstellungen, Ideen und Entwürfen vor. Es sind Statements, die als Best Practice Vorschläge für das Hier und Jetzt funktionieren. Andere stellen spekulative Projekte dar, die mögliche Zukunftsszenarien aufzeigen vor dem Hintergrund der Frage: Was wäre wenn…? Das MKG hat mehrere Designer, darunter Werner Aisslinger, Martí Guixe, Isabel Marger, Andrea Staudacher und Marije Vogelzang beauftragt, eine neue Arbeit für die Ausstellung zu entwickeln. Das renommierte niederländische Designstudio Makkink&Bey hat die Ausstellung gestaltet. Food Revolution 5.0 will Perspektiven aufzeigen und dafür sensibilisieren, dass die Zukunft des Menschen entscheidend von der Zukunft der Ernährung abhängt.

Das MKG nähert sich dem komplexen Thema in den vier Erzählsträngen Farm, Markt, Küche, Tisch. Im Labor präsentieren internationale Hochschulen auf Einladung des MKG eigens für die Ausstellung entwickelte Projekte rund um das Thema Food. Ergänzt wird die Ausstellung durch Design-Objekte für die Küche aus der Sammlung des MKG. Im Rahmen eines Kantinenwettbewerbs stellt die Ausstellung Hamburger Kantinen und Caterer vor, die bereits neue Erkenntnisse und altes Wissen sinnvoll miteinander verbinden. Die innovativste unter ihnen wird von den Ausstellungsbesuchern ausgewählt. Besucher, die sofort etwas verändern und aktiv werden wollen, finden praktische Anregungen im Do-it-Yourself-Bereich.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, der Karin Stilke Stiftung und der IKEA Stiftung.


Abb.: Andrea Staudacher, Andrea‘s Future Food Lab, © Foto: Simon Staehli