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17. November 2015 bis 25. September 2016
Hamburg in den zwanziger Jahren
Ansichten und Visionen

Ziemlich genau eine Million Einwohner hat Hamburg 1919. 42.000 Männer sind aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurückgekehrt. Die Wirtschaft liegt brach, hohe Zahlungen an die Siegermächte bremsen jede Entwicklung und oft herrscht in den Städten der Hunger. Schaut man aber auf die Kunst dieser Zeit, auf die knapp eineinhalb Jahrzehnte zwischen Krieg und Nationalsozialismus, so meint man, eine andere Realität zu spüren. Sicher weisen viele Künstler auf Armut und Not hin, doch insgesamt überwiegt eine Stimmung von Hoffnung und Aufbruch. Das Bauhaus mit seinen zukunftsweisenden Vorschlägen für eine neue Kunst und Gestaltung ist das bekannteste Beispiel dafür. Auch in Hamburg entwickeln junge Künstler neue Lebensmodelle, planen Bauwerke für die Zukunft und zeigen eine Stadt voller Rhythmik und Schönheit. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) zeigt in der Ausstellung „Hamburg in den zwanziger Jahren. Ansichten und Visionen“ über 40 Stadtansichten, Architekturvisionen und künstlerische Interpretationen in sieben Werkgruppen von Willy Davidson, Max Gerntke, Karl Gröning, Paul Helms, Georg Hempel, Rolf Nesch und Heinrich Stegemann. Die verschiedenen Ansätze, der Gegenwart zu entfliehen und eine neue, bessere Welt entstehen zu lassen, ergeben ein überraschendes und heute noch bewegendes Bild von Hamburg in den zwanziger Jahren. Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, Gouachen, Lithografien, Metalldrucke, Holzschnitte und Scherenschnitte, die zwischen 1919 und 1934 entstanden.Eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Hamburger Sparkasse. Rund 350 Exponate dieser Sammlung, vor allem von Künstlern der Hamburgischen Sezession, befinden sich seit 2002 als Dauerleihgabe im MKG.

Max Gerntke, Entwurf für ein Denkmal, um 1920, © MKG | Georg Hempel, Brückenbögen, um 1930,
© MKG | Max Gerntke, Stadt der Zukunft, um 1925, © MKG