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7. März bis 4. Januar 2015
"Aus der Seele muß man spielen ..."
Klangwelt und Instrumentenbau zur Zeit C.P.E. Bachs

Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) zeigt das MKG Musikinstrumente aus der Epoche des Spätbarock und der Empfindsamkeit. „Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“, so beschreibt Bach in seinem berühmten „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ sein Musikverständnis, mit dem er eine ganze Epoche prägt. Der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach übernimmt 1768 als Nachfolger seines Taufpaten Georg Philipp Telemann die Stellung des städtischen Musikdirektors und Kantors am Johanneum in Hamburg. Als europaweit anerkannter Künstler lebt Bach bis zu seinem Tod 1788 in der Hansestadt und verkehrt hier mit Künstlern und Gelehrten der Aufklärungszeit. Die Ausstellung zeigt reich dekorierte Streich- und Zupfinstrumente aus der Werkstatt Joachim Tielkes sowie Hamburger Clavichorde und Cembali der Werkstätten Hass und Zell. Zum ersten Mal in dieser Ausstellung öffentlich zu sehen ist auch ein Kontrabass von Christoff Fleischer aus dem Jahr 1657. Er wurde vor einigen Jahren durch einen Glücksfall entdeckt und gilt als das älteste datierte Hamburger Musikinstrument. Die musikalische Klangwelt in der Zeit C.P.E. Bachs wird durch ein mediales Vermittlungsprogramm wieder lebendig, in dem viele der ausgestellten Instrumente in Video- und Audioclips zu hören sind. Eine Ausstellung in Kooperation mit Prof. Frank Böhme und Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Abb.: Clavichord, Johann Adolph Hass (1713-1771), 1760, Hamburg, div. Hölzer, Elfenbein, Horn, div. Metalle und Edelmetalle, div. Farben, Lasuren und Lacke, Wolltuchstreifen, Ölmalerei, 177 x 56 x 80,5 cm, Nachlass Adolph Heinrich Emil Kohl, Foto: Roman Raacke