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28. Februar bis 27. Juli 2014
Neue Frauen
Die Sammlung Fotografie im Kontext

In den 1920er Jahren prägt Coco Chanel den Typus der „neuen Frau“ mit. Sie etabliert die Rocklänge kurz unterhalb des Knies und steht für funktionale Damenmode. Parallel zur Ausstellung „Mythos Chanel“ zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) aus seiner Sammlung Fotografie 35 Fotografien von neun Fotografinnen und Fotografen u.a. Madame d'Ora, Aenne Biermann, Hein Gorny, Florence Henri, Lotte Jacobi und Yva. Die abgebildeten Frauen zeigen seidenbestrumpfte Beine, tragen kurze Haare, steuern Motorräder oder Automobile und spielen Tennis oder gehen in die Badeanstalt. Die „Neue Frau“ ist ledig und berufstätig.  Wie auch in Filmen und Romanen der Zeit wird das neue Frauenbild wesentlich durch Fotografien in den Zeitschriften der Weimarer Republik verbreitet. Doch Frauen sind nicht länger nur Modell der Fotografen, sondern greifen selbst zur Kamera. Als Fotografinnen drücken sie ihr neues Selbstverständnis nicht nur im Bild aus, sondern leben es. Auch in anderen jungen Berufsfeldern wie Journalismus und Film werden Frauen zunehmend aktiv. Die Präsentation aus der Sammlung Fotografie ist parallel zur Ausstellung „Mythos Chanel“ zu sehen.

Abb.: Yva, Seidenstrümpfe, o.J., Silbergelatine