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20. Juni bis 2. November 2014
Krieg und Propaganda 14/18

Der Erste Weltkrieg gilt als erstes globales massenmediales Ereignis der Moderne. Zu Beginn, im August 1914, ahnte wohl niemand, dass die Kampfhandlungen über vier Jahre andauern und mehr als 17 Millionen Menschenleben kosten würden. Als eine der wesentlichen Ursachen für die Dauer und Intensität des Krieges wird heute die Propagandaarbeit der beteiligten Staaten angesehen, die als „neue Waffe“ der Kriegsführung gilt. Vor dem Hintergrund der zeitgleich entstehenden Forschung zur Massenpsychologie schöpfen sie im Kampf um die öffentliche Meinung die gesamte Bandbreite der Massenmedien aus und erproben neue Strategien. Die Bevölkerung wird von den politischen Führungen als unkritische, impulsive und beeinflussbare „Masse“ angesehen. Mit Gräuelgeschichten, Heldenlegenden und der permanenten Wiederholung zentraler Botschaften produzieren die Meinungsmacher wirkungsvolle Bilder und versuchen Stimmung zu erzeugen. In Deutschland wird dieser Krieg als „Urkatastrophe“ dargestellt, für die Franzosen ist er „der große Krieg“ und für die Polen die „nationale Befreiung“. In der Ausstellung „Krieg und Propaganda 14/18“ gibt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, einen Einblick in das umfangreiche Spektrum der Massenmanipulation dieser Zeit. Beispielhaft zeigt die Ausstellung die wichtigsten Formen, Strukturen und Methoden der Meinungslenkung, die mit der Weiterentwicklung der modernen Massenmedien bis heute in Konflikten und militärischen Ausein-andersetzungen in immer neuen und subtileren Ausprägungen zu finden sind. Zu sehen sind über 400 Exponate aus dem Deutschen Reich, Frankreich, England, USA, Russland, Italien und Österreich-Ungarn. Ausgestellt werden Plakate, Filme, Skulpturen, Fotografien, illustrierte Zeitungen und Alltagsgegenstände wie Kinderspielzeug und Patriotika, außer-dem historische Tonaufnahmen sowie Musik aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, Künstlergrafiken und Bildpostkarten. Die Ausstellung wird ermöglicht mit Mitteln aus dem Ausstellungsfonds und dem IT-Globalfonds der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hubertus Wald Stiftung und der Justus Brinckmann Gesellschaft. Mehr Informationen, Filme, Interviews und Vermittlungsangebote liefert das Online-Portal zur Ausstellung www.propaganda1418.de.