Neueröffnungen

ab 24. März 2013
Christentum im Mittelalter
Neueröffnung

Mit der Neupräsentation der Mittelalter-Sammlung setzt das MKG den Fokus auf eine weitere Weltreligion: das Christentum. Mit der Neugestaltung der Bereiche Buddhismus, Christliches Mittelalter, und Islam (in 2014) will das MKG das Verständnis für die verschiedenen, oft als fremd empfundenen Religionen fördern und zum Dialog einladen. Kunstwerke bieten eine unmittelbare und anschauliche Begegnung mit verschiedenen Glaubensvorstellungen und Formen der Spiritualität und sind zugleich herausragende künstlerische Zeugnisse für die Kraft der Imagination des Menschen. In der christlichen Gesellschaft des Mittelalters sind Religion und Kunst besonders eng miteinander verbunden. In einer Zeit, in der das Lesen und Schreiben nur Fürsten und ausgewählten Geistlichen vorbehalten ist, übernehmen Kunstwerke die Aufgabe, zentrale Inhalte der christlichen Lehre zu vermitteln. Die rund 100 gezeigten Objekte – sakrale Bildwerke, Schatzkunst, liturgisches Altargerät und Devotionalien aus dem 6. bis frühen 16. Jahrhundert – ermöglichen auch aus heutiger Sicht einen emotionalen Zugang zum Weltbild, zu den Glaubensvorstellungen und -praktiken im christlichen Mittelalter. Die Ausstellungspräsentation folgt zwei Strängen: Die drei Haupträume widmen sich jeweils den drei Grundpfeilern des christlichen Glaubens – der Menschwerdung Gottes, dem Opfertod Christi und der Auferstehung –, die bis heute für die Christen aller Glaubensrichtungen Gültigkeit haben. Jeder der drei Räume beinhaltet ein zentrales Werk: Das spätgotische Christuskind von Gregor Erhart (1470—1540) veranschaulicht die Geburt des Messias. Eine Gebetsnuss mit der Darstellung der Kreuzigung verweist auf den Tod Christi. Der berühmte Osterteppich aus dem Kloster Lüne schließlich, der erstmals dauerhaft gezeigt werden kann, steht für die Auferstehung Christi. In der Galerie beleuchtet der zweite Schwerpunkt anhand ausgewählter Werke die Ausübung der Religion in der Liturgie, in der Heiligenverehrung und im Reliquienkult. Die Neueinrichtung der Sammlung Christentum im Mittelalter wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Saalpaten: Georg W. Claussen, Helga Krause und die Justus Brinckmann Gesellschaft, Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Abb.: Gregor Erhart (um 1470-1540), Christuskind , um 1500, Augsburg, Lindenholz mit originaler Farbfassung H 56,5 cm, Erworben mit Mitteln der Campe’schen Historischen Kunststiftung, Foto: Hiltmann/Rowinski/Torneberg, MKG