Neueröffnungen

seit 18. Februar 2012
Sammlung Moderne
Neueröffnung

Die Neueröffnung der Sammlung Moderne bildet den Auftakt der Wiedereinrichtung wichtiger Sammlungsbereiche des MKG. Die neue Dauerausstellung erzählt in sechs großen Kapiteln vom Aufbruch in die Moderne, dem Aufbrechen ästhetischer Traditionen und der Suche nach Einfachheit und Funktionalität. Die Besucher erwartet in renovierten Räumen eine neue Präsentation, die Möbel, Kunsthandwerk, Produktdesign, Fotografie und Mode zu einem großen Ganzen zusammenbringt und den Geist der Zeit wieder lebendig werden lässt. Die Ausstellung schlägt den Bogen von den ersten Weltausstellungen im 19. Jahrhundert und der Gründung des MKG als stilistische Vorbildersammlung bis zu den Ideen von Bauhaus, Neuem Wohnen der 1920er Jahre und der Reformpädagogik. Sie lässt die legendären, expressionis­tischen Künstlerfeste wieder aufleben und beleuchtet zugleich den rückwärtsgewandten, pompösen Stilpluralismus dieser Zeit. Ein Raum des Künstlers Peter Behrens (1868-1940) zeigt beispielhaft, wie Künstler zwischen Kunst und industrieller Form ihren Weg suchen. Auch die Kunstfotografie entwickelt mit dem Einsatz malerischer Techniken ein Neues Sehen. Architekten und Designer strebten mit ihren Entwürfen nach einer universellen Weltordnung und schlagen später mit der Abstraktion ganz neue Wege ein. Zeitgleich und völlig gegensätzlich zu diesen gestalterischen Absichten entsteht ein neues Bedürfnis nach dem exklusiven handgefertigten Einzelstück und luxuriöser Ausstattung. Besonders wirkt sich dieses Bestreben bei den Entwürfen berühmter Modeschöpfer wie Elsa Schiaparelli (1890-1973), Paul Poiret (1879-1944) oder Mariano Fortuny (1871-1949) aus. Der gesamte Rundgang beginnt mit den bereits in 2011 eröffneten Milde-Speckter-Zimmern und dem Louis-Seize-Raum. Am 18. und 19. Februar 2012 lud das MKG zu einem großen Kunstfest mit expressionistischen Tanzaufführungen, Schleiertänzen, Modeperformances und Textcollagen ein. Wie die Tänzerinnen und Tänzern der Hochschule für Musik und Theater Hamburg den faszinierenden Kostümen mit viel Liebe und großartigem Engagement Leben eingehaucht haben, sehen Sie hier.

Die Neueinrichtung der Sammlung Moderne wurde ermöglicht durch Mittel aus dem Sonderausstellungsfonds der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Saalpaten.

Abb.: Lavinia Schulz und Walter Holdt, Maskenfigur Tobbogan, um 1923, Foto: Maria Thrun