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bis 17. Juli 2011
Portraits in Serie
Fotografien eines Jahrhunderts

Mit rund 400 Exponaten beleuchtet die Ausstellung das Prinzip des seriellen Portraits in der Geschichte der Fotografie im 20. Jahrhundert. Ursprünglich als Vorlage für Gemälde eingesetzt ist das Arbeiten in Serie bis heute eines der wichtigsten Gestaltungsprinzipien in der Fotografie. Die Ansätze sind vielfältig: Das serielle Portrait als enzyklopädisch angelegtes Mappenwerk über berühmte Persönlichkeiten, als System anthropometrischer Klassifikation für Verbrecherkarteien, als Portraitkompendium eines August Sander, als soziologische Studie von Gesellschaftsschichten, als Versuchsanordnung theatralischer Posen oder als analytisches Herantasten zeitgenössischer Fotografen an grundlegende menschliche Erfahrungen in einer komplexen und widersprüchlichen Realität. Serien bestehen aus gleichwertigen Teilen, die ein übergeordnetes Thema und formale Konstanten verbindet. Ihr Reiz liegt in der Wiederholung und Variation und lenkt den Blick des Betrachters in einem bestimmten Rahmen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dabei lotet die Ausstellung die verschiedenen Spannungsfelder des seriellen Prinzips und damit auch die Haltungen und Motivationen der Fotografen aus. Herrscht eine Skepsis gegenüber dem Einzelbild? Erweitert eine größere Anzahl von Bildern seine Aussage? Sind Serien als Bekenntnis zum Individuum zu verstehen oder verliert die Individualität der Abgebildeten in der Serie an Bedeutung? Portraits in Serie zeigt mit 32 ausgewählten internationalen Künstlern eine große Bandbreite unterschiedlichster Ansätze der seriellen Fotografie. Zu sehen sind Arbeiten von Robert Adamson, Diane Arbus, Hermann Biow, Tsuneo Enari, Hans-Peter Feldmann, Lee Friedlander, Roni Horn, Jürgen Klauke, Annie Leibovitz, Helmar Lerski, Ulrich Mack, Stefan Moses, Nicholas Nixon, Irving Penn, Judith Joy Ross, Thomas Ruff, August Sander, Walter Schels, Michael Schmidt, Cindy Sherman, Andy Warhol und anderen.