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14. Juli bis 8. Oktober 2017
Robert Rauschenberg
Posters

Neben Andy Warhol und Joseph Beuys gehört Robert Rauschenberg (1925-2008) zu den ganz Großen der Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Alle drei beginnen als junge Künstler in der Nachkriegszeit, als man mit einem heute schwer verständlichen Optimismus der Kunst noch alles zutraut. Und entsprechend umfassend ist ihr Kunstverständnis. Für den einen ist alles schön, für den zweiten ist jeder ein Künstler und der dritte, Rauschenberg, sieht in allem Material für seine Kunst. Ihm widmet das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Dank einer großzügigen Schenkung des Hamburger Sammlers Claus von der Osten eine Ausstellung mit Grafiken und Plakaten aus seiner umfangreichen Sammlung. Dank dieser Schenkung verfügt das MKG über die weltweit umfangreichste Sammlung dieser Art mit rund 160 von Rauschenberg entworfenen Plakaten. Die Ausstellung mit über 120 Arbeiten einen Überblick, wie es ihn so umfassend noch nicht zu sehen gab. Robert Rauschenberg, aufgewachsen im texanischen Provinznest Port Arthur, besucht von 1947 bis 1951 Kunstakademien in Kansas, Paris, North Carolina und New York. Seine berühmtesten Werkserien, die Combines und die Silkscreen Paintings entstehen 1954 beziehungsweise 1962. Von nun an folgen regelmäßig neue Werkserien in denen Rauschenberg seine typische Arbeitsweise immer wieder neu variiert: Die Verarbeitung von neuen Techniken, Werkstoffen und Materialen und deren Verbindung mit neuen Bildideen. Es gibt unter anderen die Cardboard Series (Wandreliefs aus benutzten und dann auseinandergefalteten Kartons) die Jammers (Kompositionen aus durchscheinenden farbigen Stoffen) oder auch so gigantische Werke wie das Quarter Mile or 2 Furlong Piece oder Quake in Paradise eine vielteilige Installation aus bedruckten Aluminiumplatten.

Abb.: Robert Rauschenberg, Rauschenberg Overseas Culture Interchange, National Gallery of Art, Washington D.C., May-Sep 1991, Siebdruck auf silber beschichtetem Papier, 66,9 x 99,4 cm, © Robert Rauschenberg Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2017