Aktuell

17. März bis 2. Juli 2017
Magazin machen
Das Zeitmagazin

Jede Woche neu, doch stets im selben Kleid. Was macht ein Magazin aus, das einer überregionalen Zeitung beiliegt? Wie finden die Magazinmacher die Themen? Was variiert, was bleibt gleich? Welche Rolle spielen die Fotos? Und wie unterscheidet es sich von Zeitschriften, die am Kiosk einzeln erhältlich sind? Am Beispiel des Zeitmagazins beleuchtet die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) ab dem 17. März 2017 das Konzept und die spezifischen Eigenheiten eines solchen Formats. Das MKG verfügt über eine umfangreiche Sammlung angewandter Grafik, von humoristischen Zeichnungen, typografischen Entwürfen bis zu Illustrationen für Buch- und Zeitschriftentitel. Auch in der Sammlung Fotografie haben Bereiche wie Reportage- oder Modefotografie einen festen Platz. In der Regel werden diese Arbeiten einzeln, d.h. ohne ihren ursprünglichen Zusammenhang gezeigt. Das Konzept eines Magazins dieser Art mit seinem schnellen Wechsel an Themen und Bildern wurde bisher selten in einer Ausstellung betrachtet. Mit einer Auswahl herausragender Fotostrecken aus dem Jahr 2016 zeigt diese Schau den Umgang der Magazinmacher mit Bildern und Illustrationen und stellt die Rubriken und Serien vor. Sie bilden das Gerüst, in das längere Artikel eingebaut werden: Die Bildgeschichten des Zeichners Janosch, das Interview auf der letzten Seite („Das war meine Rettung“), die Alltagskommentare von Harald Martenstein, die Deutschlandkarten mit ihren teils  ausgefallenen Fragen (Wie verteilen sich Sonnenuhren, Erlenzeisige oder Hausschlachtungen?), die Träume von Prominenten oder auch die Spiele-Seiten mit den Rätseln. Immer wieder erscheinen auch große politische Reportagen im Heft. Zu sehen sind über 300 Exponate, teils in großformatigen Ausdrucken, mit Arbeiten u.a. von Maurizio Cattelan, Collier Schorr, Lina Scheynius und Janosch, der eigens für die Ausstellung eine Illustration seines Wondrak gezeichnet hat.

Abb.: Zeitmagazin-Seiten aus dem Jahr 2016, © Maurizio Cattelan, Pierpaolo Ferrari, Foto: MKG