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bis 1. Oktober 2017
Die Botschaft der Dinge
Die Rolle dekorativer Kunst in Ostasien

Die Ausstellung stellt mit dem Blick auf die ostasiatische Ästhetik die verschiedenen Rollen dekorativer Objekte in China und Japan vor: Neben Holzschnitten und Tuschmalerei sind rund 60 historische und moderne Objekte aus Lack, Keramik, Jade, Metall und Glas zu sehen. Der erste Teil „Eleganz und Perfektion“ zeigt Arbeiten von verfeinerter Kostbarkeit, in denen eine glänzende Oberfläche und eine monochrome Tongebung bevorzugt werden. Diese Ästhetik fand in der chinesischen Aristokratie großen Zuspruch und lebte in der Moderne durch die oft negative Bewertung des Ornaments neu auf. Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit der Ästhetik der rustikalen Einfachheit und Naturnähe. Sie entsprach der moralisch-philosophischen Haltung der chinesischen Literaten. In Japan wiederum entwickelte sie sich besonders ausgeprägt im Zen-Buddhismus und in der Teezeremonie. Der dritte Ausstellungsteil „Fülle, Farbe, Können“ stellt die Freude an der reichen und auffälligen Gestaltung vor, wie sie in China am Kaiserhof oder unter den zu Reichtum gelangten Kaufleuten beliebt war. Sie zeichnet sich durch stärkere Farben, Dekordichte und Opulenz aus. Dazu zählt die Demonstration von handwerklichem Können und die Vortäuschung bestimmter Materialien und Effekte wie dem Trompe l´Œil.

Abb.: Shinsai (1764-1820), Stillleben mit Lackschale, Sakekanne und Kiefern-Bonsai, Glückwunschblatt zu Neujahr (surimono) mit Scherzgedicht, Farbholzschnitt mit Silber und Messing, Japan, 1820 © MKG